EZB verdient gut an Anleihenkaufprogramm

Am Freitag berät der Eurogipfel über die nächsten Reformschritte. [shutterstock]

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 2017 beachtliche Gewinne erzielt. Das weckt auch Begehrlichkeiten.

Im vergangenen Jahr hat die Zentralbank vor allem mit dem Kaufprogramm für Anleihen von Unternehmen (CSPP) und Staatsanleihen der Euroländer (PSPP) viel Geld verdient. Die Gewinne der EZB stiegen um 82 Millionen Euro auf 1,275 Milliarden Euro, wie sie am  gestrigen Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte.

Außerdem lieferten die Dollar-Reserven gute Zinserträge. Allein 534 Millionen Euro verdiente die EZB vergangenes Jahr mit ihrem US-Dollar-Portfolio. 2016 waren es noch 370 Millionen Euro gewesen.

EZB-Führungswechsel kündigt sich an

Beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel wurde der spanische Finanzminister Luis de Guindos für den Posten des EZB- Vizepräsidenten nominiert.

Der Jahresüberschuss der EZB wird an die nationalen Zentralbanken des Euroraums ausgezahlt. Die hohen Gewinne wecken allerdings auch Begehrlichkeiten bei der EU-Kommission. Diese schlug jüngst vor, die EZB-Gewinne zu nutzen, um den Haushalt der Union aufzubessern. Da dort durch den Brexit eine riesige Lücke entsteht, werden händeringend neue Einnahmequellen gesucht.

Die Personalausgaben der EZB stiegen derweil von 467 Millionen auf 535 Millionen Euro, sonstige Verwaltungsausgaben von 487 Millionen auf 539 Millionen Euro. Grund waren  laut eigenen Angaben der Zentralbank verstärkte Prüfungen in der neuen Funktion als Bankenaufsicht. Im Rahmen der Bankenunion wurde der EZB die Überwachung der größten Banken der Eurozone übertragen. Seither führt sie regelmäßige Stresstests durch um Risiken frühzeitig zu erkennen.

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