EZB untersucht Bitcoin-Risiken

Der umstrittene EZB-Präsident Mario Draghi. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt laut ihrem Präsidenten Mario Draghi die Gefahren durch digitale Währungen ins Visier. Auch andere Notenbanker haben das Thema auf dem Schirm.

In der Bankenaufsicht, die seit 2014 unter dem Dach der Zentralbank angesiedelt ist, werde daran gearbeitet, Risiken zu identifizieren, sagte Draghi am Montag im Straßburger EU-Parlament. Geldhäuser aus der EU hätten allerdings kaum Interesse an Digitalwährungen, die zuletzt enormen Schwankungen ausgesetzt waren.

Cyber-Devisen sollten als sehr riskante Anlageform eingestuft werden, ergänzte Draghi. Sie seien unreguliert und ihr Preis hochgradig spekulativ. Geldhäuser sollten daher bei Engagements das entsprechende Risiko abmessen.

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Kryptowährungen können den globalen Zugang zum Finanzsystem für einkommensschwache Menschen erleichtern und Krypto-Banking zur Minimierung von Transaktionskosten beitragen, meint Jan Ohnesorge.

Auch andere Behörden und Notenbanken schließen sich der Warnung an. So hieß es bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Frankfurt, Behörden müssten bereit sein, gegen die rasant steigende Verbreitung tätig zu werden. Verbraucher und Anleger müssten geschützt werden. Es müsse gewährleistet sein, dass digitales Geld nicht die Finanzstabilität gefährde, sagte BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens.

Japans Notenbank forderte derweil Dienstleister für Kryptowährungen auf, Anleger auf die Risiken hinzuweisen. Im Januar erbeuteten Hacker bei der in Japan ansässigen Börse Coincheck Coins der Kryptowährung Nem im Volumen von 530 Millionen Dollar. Der Diebstahl war einer der größten dieser Art.

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