EZB fordert mehr Rückstellungen bei Privatbanken

Die EZB in Frankfurt [Torsten Sebelka/Flickr]

Die EZB-Bankenaufsicht fordert Geldhäuser im Euro-Raum zu mehr Absicherung für notleidende Darlehen auf.

Ab 2018 sollen neu als notleidend eingestufte Darlehen schrittweise zu 100 Prozent über Rückstellungen abgedeckt werden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Dafür soll den Instituten je nach Art des Darlehens bis zu sieben Jahre Zeit gewährt werden. Zu den Richtlinien soll es im November eine öffentliche Anhörung geben. Neue Vorschläge zum Umgang der Banken mit ihrem Altbestand an Problemkrediten will die Aufsicht bis Ende des ersten Quartals 2018 vorstellen.

Das neue Verfahren soll ab dem 1. Januar 2018 für alle neu als notleidend eingestuften Kredite gelten. Dabei sollen Banken bei unbesicherten Problemkrediten künftig zwei Jahre Zeit bekommen, um diese zu 100 Prozent über Rückstellungen abzudecken. Bei neuen besicherten Problemdarlehen soll ihnen bis zu sieben Jahre Zeit gewährt werden. Sollten Banken von dieser Vorgehensweise abweichen, müssten sie dies der Aufsicht begründen.

EZB-Unternehmensanleihekäufe in der Kritik

Seit Juni 2016 kauft die Europäische Zentralbank direkt Anleihen von Unternehmen. Das Programm ist jedoch umstritten.

Die Banken im Euro-Raum sitzen immer noch auf einem Berg an ausfallgefährdeten Darlehen von fast einer Billion Euro. Dies ist vor allem eine Folge der Finanz- und Schuldenkrise. Vor allem in Italien und Griechenland ist das ein echtes Problem. Hat ein Geldhaus zu viele Problemdarlehen, drückt dies auf die Gewinne und lässt das Institut bei der Vergabe neuer Kredite an die Realwirtschaft zurückhaltend agieren. Auf Dauer kann dies das Wachstum in einer Volkswirtschaft bremsen.