Die Europäische Zentralbank hat Milliarden von Euro in die Finanzmärkte eingespeist, um eine Liquiditätsknappheit zu verhindern. Zuvor hatten die Aktien an der Wall Street einen erheblichen Rückgang erfahren, der teilweise von der Subprime-Krise am US-amerikanischen Hypothekenmarkt hervorgerufen wurde. Unklar bleibt weiterhin, ob die Bank an ihrem ursprünglichen Plan, die Zinssätze im September 2007 anzuheben, festhalten wird.
- Verkaufswahnsinn
Während des Sommers 2007 begann sich der US-Immobilienmarkt abzukühlen und viele subprime Schuldner waren nicht länger in der Lage, die wachsenden Rückzahlungen ihrer Kredite zu leisten. Als die Immobilienwerte eher zurückgingen anstatt zu steigen, wurde die Refinanzierung der Hypotheken unmöglich und viele Schuldner wurden laut Presseberichten gezwungen, die Hypotheken auf ihre Häuser zu kündigen.
Investoren an der Wall Street aus der ganzen Welt zeigten zunehmend Besorgnis und begannen, die Wertpapierpakete, die subprime Hypotheken enthalten, in großen Mengen zu verkaufen.
- Der Geldgürtel wird enger
Die vielen Verkäufe führen zu einem direkten Liquiditätsmangel auf dem Markt, weil die Investoren vor der Finanzierung riskanter Anlagen zurückschreckten und es vorzogen, Gelder in etabliertere Wertanlagen zu investieren, so in US-Schatzanweisungen und von der Eurozone gestützte Staatsanleihen.
Im Ergebnis sind zahlreiche Unternehmen mit einem Mangel an kurzfristiger Finanzierung konfrontiert, da die Fonds des Marktes begonnen, festzufrieren.
- Die föderale Reservenbank und die EZB schreiten ein
Als offensichtliche Anerkennung der Ernsthaftigkeit der Liquiditätskrise und um die Ängste der Investoren zu beruhigen, hat die föderale Reservenbank (Fed) der USA die Zinssätze gesenkt und mehr als 40 Milliarden US-Dollar in die Finanzmärkte eingespeist.
Laut des Wall Street Journal hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Investoren am 9. August 2007 überrascht, indem sie eine unbegrenzte Höhe an Zuschüssen für das Banksystem anbot. Die EZB hat bisher mehr als 200 Milliarden Euro in die Finanzmärkte gepumpt – mehr als nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 – um eine tiefere Krise abzuwenden.
Am 6. September 2007 wird der EZB-Rat für die Entscheidung zusammenkommen, ob er die Referenzzinssätze der Eurozone von 4% auf 4,25% anheben wird oder nicht. Eine Erhöhung der Zinssätze wurde bereits vor Beginn der Krise in Betracht gezogen. Laut Presseberichten herrschen nun jedoch weithin Spekulationen, dass die Bank die derzeitigen Zinssätze beibehalten müsse, um eine wirtschaftliche Abschwächung zu verhindern.
- Rating-Agenturen: Schuldige oder Sündenböcke?
Im Juli 2007 hat sich der Kommissar für den Binnenmarkt, Charlie McCreevy, mit dem Vorstand von Standard & Poor’s getroffen. Er kritisierte die Rolle dieser und anderer Rating-Agenturen, die sie bei der Ermutigung zu Investitionen in fragwürdige Wertpapiere spielten. McCreevy hat ein Treffen der europäischen Wertpapierregulierungsbehörden im September 2007 gefordert.
Presseberichten zu Folge kritisierten viele Investoren die Rating-Agenturen, welche diese schlechten Anlagen als erstklassige Wertpapiere einstuften – eine Klassifizierung, die gewöhnlich nur den besten Anlagen vorbehalten ist.
Andere Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass die „Schuld“ dieser Krise verteilt werden und Hedge-Fonds-Manager, große Hypthekenunternehmen und Banken einschließen müsse, ebenso wie Beamte der US-Regierung, die bei der Handhabung der US-amerikanischen Finanzmärkte einen interventionsfreie Einstellung angenommen hatten.
Die Kommission wird vermutlich bis zu einem Bericht über den Verhaltenskodex der Internationalen Organisation der Börsenaufsichtsbehörden, der im April 2008 fällig ist, keine neue Gesetzgebung in Betracht ziehen, um eine künftige Instabilität der Märkte zu vermeiden.

