EZB-Direktor für Offenheit gegenüber virtuellen Währungen

EZB, Anleihenkäufe, Yves Mersch

EZB-Direktor Yves Mersch ist offen für Bitcoins und der gleichen. [Foto: EP]

Zentralbanken sollten sich aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch technologischen Neuerungen wie Kryptowährungen nicht verschließen.

Die Gesellschaft entwickle sich weiter und auch Notenbanken müssten angesichts der Nachfrage nach virtuellen Währungen bereit sein, sich zu ändern, sagte der Luxemburger am Donnerstag in London.

Überlegungen, Notenbanken sollten selbst digitales Geld ausgeben, begegnete Mersch allerdings skeptisch. Das sei mit Gefahren verbunden – beispielsweise in Krisenzeiten. Denn dann werde womöglich digitales Zentralbank-Geld für Menschen attraktiver als Bankguthaben. “Es könnte einen branchenweiten Sturm auf Bankguthaben geben, was die Auswirkungen der Krise vergrößern würde.”

Mersch forderte zudem eine schärfere Regulierung: “Jedes Geschäft der Kreditinstitute mit virtuellen Devisen muss rigoros überwacht werden.” Gefahren, die von solchen Geschäften ausgingen, müssten eingedämmt werden. Bislang ist der Markt für Kryptowährungen noch weitgehend unreguliert. Am Dienstag hatte bereits die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vor Bitcoin-Risiken gewarnt.

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Auch EZB-Chef Mario Draghi äußerte sich jüngst kritisch gegenüber dem virtuellen Geld. In der Bankenaufsicht, die seit 2014 unter dem Dach der Zentralbank angesiedelt ist, werde daran gearbeitet, Risiken zu identifizieren, sagte er am Montag im Straßburger EU-Parlament. Geldhäuser aus der EU hätten allerdings kaum Interesse an Digitalwährungen, die zuletzt enormen Schwankungen ausgesetzt waren.

Cyber-Devisen sollten als sehr riskante Anlageform eingestuft werden, ergänzte Draghi. Sie seien unreguliert und ihr Preis hochgradig spekulativ. Geldhäuser sollten daher bei Engagements das entsprechende Risiko abmessen.