Eurozone macht sich Sorgen über den Wechselkurs [DE]

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Die Finanzminister üben nun stärkeren Druck auf China aus: mit dem Euro auf historischem Höchstpunkt, soll der Wert des chinesischen Yuan noch vor dem Treffen der G7-Finanzminister nächste Woche der europäischen Währung angepasst werden.

Die Finanzminister der Eurozone haben am 8. Oktober China dazu aufgefordert, den Wechselkurs des Yuans zu adjustieren. Dies ist ein Versuch, auf die Belastung zu reagieren, welche die zunehmende Stärke des Euro mit sich bringt: Die Währung der EU hat einen historischen Hochpunkt erreicht und lag am 1. Oktober 2007 bei 1,43 US-Dollar.

In einer Stellungnahme sagten die Minister, dass ‚es in Entwicklungsländern mit großen und wachsenden Leistungsbilanzüberschüssen, wie besonders China, wünschenswert ist, dass ihr tatsächlicher Wechselkurs sich bewege, wodurch notwendige Anpassungen stattfinden könnten’.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, der Kommissar für Wirtschaftl und Währung, Jaoquin Almunia, und der Präsident der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, werden noch in diesem Jahr nach China reisen, um finanzielle Themen zu besprechen.

Mit dieser Stellungnahme schließt sich die EU den USA in deren Kritik an China an: China habe den Wert des Yuan, seiner Währung, künstlich niedrig gehalten, um Exporte zu fördern, was den Wertzuwachs des Euros einleitete. Zudem äußerten die EU-Finanzminister ihre Bedenken bezüglich der Unterschätzung von Dollar und Yen.

Während Frankreich wiederholt Bedenken über die Effekte eines ständig hohen Euros im Hinblick auf die externe Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone geäußert hatte, scheinen Deutschland, die Niederlande und Österreich weniger besorgt zu sein über den Höhenflug des Euros.

Der deutsche Finanzminister, Peer Steinbrück, insistierte am 8. Oktober 2007, dass er eigentlich einen starken Euro vorziehe.

Der niederländische Finanzminister, Wouter Bos, sagte im Rahmen des Treffens: ‚Die Grundidee der Währungsunion war es, einen starken Euro zu schaffen. Nun, da es einen starken Euro gibt, denke ich, wir sollten darüber glücklich sein, dass andere unserer Wirtschaft vertrauen – denn dies ist etwas, worauf wir stolz sein können.’

Der österreichische Finanzminister, Willhelm Molterer, gab seiner ‚Freue’ über die Stärke der europäischen Wirtschaft Ausdruck.

Währenddessen haben die sozialdemokratischen Europaabgeordneten gewarnt, dass die Stärke der Währung, gemeinsam mit der Krise des Finanzmarktes, sich auf das Wachstum auswirken könnte und somit ein koordiniertes Vorgehen der Regierungen vonnöten sei. Der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten, Ieke van den Burg, sagte: ‚Die Minister können sich nicht die Meinung leisten, dass eine Krise des Marktes nur ein Problem der Banken ist. Wie der IWF gewarnt hat, wird diese Krise sich auf die Budgets der Regierungen niederschlagen und dem Wachstum schaden. Wir brauchen klare Vorgehensweisen der Minister, damit die Krise sich nicht verstärkt.’

Die Europäische Konföderation der Handelsunionen (ETUC) hat ebenfalls die EU-Finanzminister und die Kommission dazu aufgerufen, aktiv zu werden, und ‚brutale Schwankungen des Euro-Wechselkurses’ zu vermeiden. ‚Es ist zu einfach für Politiker zu sagen, dass ein zu teuerer Euro kein Problem darstellen sollte solange Arbeiter Arbeitslöhne mäßigen. Diese Herangehensweise würde vielleicht europäische Exporte retten, aber sie würde bestimmt die heimische Nachfrage töten und eine Erholung unmöglich machen’, sagte der stellvertretende Generalsekretär der ETUC, Reiner Hoffmann.

Der Präsident der europäischen Vereinigung der Arbeitgeber BusinessEurope, Ernest Antoine Seilliere, hat die Finanzminister dazu aufgerufen, ihre Stimmen zu erheben und die Interessen der Eurozone währende des anstehenden G7-Treffens in Washington zu verteidigen (siehe EURACTIV vom 4. Oktober 2007).

Das Treffen der Eurogruppe vereint üblicherweise die 13 Finanzminister der Eurozone am Tag vor dem Rat für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten.

Ziel des letzten Treffens vom 8. Oktober 2007 war es zudem, eine gemeinsame europäische Linie für das am 19. Oktober in Washington geplante G7-Treffen festzulegen, das die Finanzminister der USA, Japans, Kanadas, Frankreichs, Deutschlands, des Vereinigten Königreiches und Italiens zusammenbringen wird.

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