EU geht mit US-Händlern flexibeler Derivate ins Gericht [DE]

Le quartier de la City, à Londres

Die Europäische Kommission präsentierte letzten Freitag (3. Juli 2009) einen Bericht um die Sicherheit der EU-Derivatmärkte zu verbessern, indem sie vorschlugen, dass Händlern in Europa mehr Flexibilität als ihren US-Kollegen gegeben wird, im Anbetracht von wachsendem Druck für striktere Regulierung durch die Nachwirkungen der Finanzkrise.

Der EU Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy basierte seine Vorschläge  auf dem Prinzip, dass Derivate in einer sichereren Art ausgetauscht werden sollten, aber nicht gegen Häuser, so wie es von der Obama-Administration in Washington vorgeschlagen wurde. 

Die Vereinigten Staaten wollen noch weitergehen als eine Clearingzentrale die außerbörslichen Handel (OTC) bereinigt, indem man den Handel wenn möglich auf Tausch- oder Handelsplattformen stellt. 

McCreevys Voschläge jedoch, die Schaffung eines Clearings Zentraler Gegenparteien (CCP), um einige der mit außerbörslichen Verfahren verbundenen Risiken abzumildern (siehe Background).

„Zentrale gegenparteiliche Clearings haben sich während der Finanzkrise als nützlich erwiesen“, so eine Mitteilung die von der EU-Kommission herausgegeben wurde. Die Kommission habe mit der Branche seit Oktober 2008 daran gearbeitet, um sicherzustellen, dass ein Clearing der Kreditderivate auf europäischen CCPs stattfindet. Die Kommission glaubt, breitere Anwendung von CCPs in anderen OTC-Märkten sollte wo möglich durch Anreize bewerkstelligt werden. 

Händler erleichtert

Die Händler atmeten auf, als Brüssel bekannt gab auf Börsenhandel vorübergehend nicht zu bestehen. Der Großteil des außerbörslichen Handels der Welt wird in London und New York abgewickelt und weniger strenge Vorgaben in der EU könnten auch Unternehmen aus anderen Kontinenten anziehen. 

Die Kommission gab nicht an, ob die EU einfache oder multiple Clearingstellen für Derivate haben sollte, aber es scheint sicher, dass die zwei Hauptkonkurrenten Paris und London beide eine Clearingstelle bekommen werden. 

Jedoch scheint unklar, was passieren wird, falls eine Clearingstelle außerhalb der Eurozone Probleme bekommen sollte, so wie London. Keine Zentralbank werde Institutionen außerhalb ihrer Währungszone Liquidität zur Verfügung stellen, so eine Mitteilung der Kommission. 

Mc Creevy schlägt auch vor, die Verträge zu standardisieren und ein zentrales Datenlager zu schaffen, um Aufzeichnungen des Handels zu speichern. Brüssel hat sich nicht gegen ein europäisches Datenlager ausgesprochen, es aber auch nicht als beste Lösung bezeichnet. Eine Stellungnahme nationaler Regulierungsbehörden innerhalb der CESR soll mehr Licht ins Dunkel der politisches Durchführbarkeit und Möglichkeit bringen.

Der Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy sagte, dass Derivatmärkte eine wichtige Rolle in der Wirtschaft spielten, aber die Krise habe gezeigt, dass sie der finanziellen Stabilität schaden können. Im Bezug auf Kreditderivate (Credit Default Swaps; CDS) hat die Branche sich zu klaren europäischen CDS-Referenzeinheiten und Indizes dieser Einheiten verpflichtet, die bis 31. Juli 2009 durch eine oder mehrere CCPs realisiert werden sollen. Er erwarte, dass die Branche sich zu einem Clearing von CDS hinbewegt, für jedes CCDP das die Zustimmung der Regulierungsbehörden erhalten hat.  

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) sagte, dass es denjenigen die Kreditrisiken ausgesetzt seien, erlaubt sein sollte, die Art der Transaktion auszuwählen die am besten zu ihnen passe. Die Entfernung der Flexibilität, so wie der Zwang zur bilateralen Teilnahme am Handel an einem Austausch oder die  Begrenzung der verfügbaren Risikomanagementlösung wäre ein Schritt zurück, so die ISDA in einer Erklärung.   

Die Europäische Bankenvereinigung (EFB) begrüßte die Initiative der Kommission und sagte, dass das Zentralclearing für Credit Default Swaps (CDS) in Europa stark befürworte. Jedoch warnte die EDF auch vor Überregulierung und mahnte, dass die Teilnehmer in den außerbörslichen Märkten bereits stark reguliert seien.   

Innovation und Produktvielfalt dürften nicht durch die verschlankenden Effekte zentralisierter Infrastrukturen geschädigt werden. Es müsse Aufwind für bilateral vereinbarte Verträge zwischen den Klienten und den Banken geben, um auf spezifische Kundenanforderungen spezifisch antworten zu können, sagte der Generalsekretär von EBF Guido Ravoet.

Der Binnenmarktkommissar der EU, Charlie McCreevy, startete eine Untersuchung in den Derivatensektor im letzten Oktober, einen Monat nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, einer Bank die stark in den 600 Billionen US-Dollar starken globalen Derivatenmarkt involviert war. 

Eine der ersten Lösungen die zirkulierte, um die Sicherheit des Sektors zu erhöhen, war die Errichtung zentraler Clearinghäuser. Unter so einem System würden Derivate über einen Mittelsmann bearbeitet, anstatt privat ausgetauscht zu werden (über den "Ladentisch" im Finanzjargon), mit dem Ziel die Kosten und Risiken zu reduzieren, während gleichzeitig die Sicherheit verbessert wurde.  

Außerbörsliche Verträge die "über den Ladentisch" (OTC) laufen, schließen Kreditderivate (CDS) mit ein sowie Verträge die an Zinsraten geknüpft sind, aber auch Anteilskapital und Güter. Die G20-Gruppe der Industriestaaten und die Entwicklungsländer stimmten im April darin überein das CDS-Transaktionen zentral verrechnet werden sollten. 

Verechnung ist in Europa bereits eine allgemeine Umgangsweise für OTC-Produkte wie Kreditderivate und Kommissar McCreevy bekam ein Zugeständnis von den Händlern, dass einige Arten von Kreditderivaten bereits im Juli in Europa verrechnet werden könnten (EURACTIV vom 20. Februar 2009).

  • Ende Juli 2009: Ende für die Kreidtderivateindustire ein zentrales Cleanung zu erstellen 
  • 25 Sep. 2009: Die Kommission hält eine öffentliche Anhörung zu ihren Vorschlägen

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.