EU-Finanzminister besorgt über Rekordhoch des Euros [DE]

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Die Finanzminister der 15 Euro-Länder brachten zum ersten Mal ihre Besorgnis über den Anstieg der Währung zum Ausdruck, die nun ihren höchsten Stand erreicht hat. Dabei deuteten sie an, die USA sollten mehr tun, um dem Abwärtstrend des Dollars entgegenzuwirken.

Unter den gegenwärtigen Umständen sei er besorgt über die enormen Währungsschwankungen und denke nicht, dass diese Schwankungen fundamentale Wirtschaftsdaten widerspiegelten, so Luxemburgs Premierminister und Vorsitzender der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker. Er fügte hinzu, dass man zu keinem früheren Zeitpunkt seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht habe.

Dies äußerte er genau einen Tag, nachdem der Euro am 3. März 2008 sein Rekordhoch von 1,5275 Dollar erreicht hatte und damit Exporte aus der Union für ihren größten Handelspartner noch teurer machte.

Frankreich hatte die Europäische Zentralbank (EZB) schon seit Monaten gedrängt, etwas gegen den Anstieg des Euros zu unternehmen, mit dem Argument, dass er die Wettbewerbsfähigkeit der exportierenden Untenehmen hemme. Einige Länder der Eurozone, darunter Deutschland und die Niederlande, sind der Ansicht, dass ein starker Euro auch Vorteile habe – vor allem hinsichtlich der Kontrolle des steigenden Inflationsniveaus, das im Februar 2008 ein 14jähriges Rekordhoch von 3,2% erreicht hatte.

Obwohl die Stabilität des Euros die Kaufkraft der europäischen Verbraucher erhöhen sollte, haben der steile Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise dies verhindert. Die Ausgaben der Verbraucher gingen im letzten Quartal von 2007 zurück, so berichtet Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union.

Angesichts dessen wird die EZB, die ihr monatliches Treffen am 6. März 2008 abhalten wird, vermutlich die Zinssätze unverändert bei vier Prozent halten – trotz einiger Zeichen, die auf ein zunehmendes Interesse an den Entwicklungen auf dem Devisenmarkt hinweisen.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet sagte am 4. März 2008, er erachte es als sehr wichtig, was die US-Behörden bestätigt haben; auch der Finanzminister und der Präsident der Vereinigten Staaten sagten, eine starke Dollar-Politik sei im Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika.

Diese Stellungnahme folgte auf eine Äußerung des Vorsitzenden der Federal Reserve, Ben Bernanke, die eine weitere Talfahrt des Dollars verursachte. Er sagte vor dem Kongress, der Rückgang des Dollar helfe, das riesige US-Handelsdefizit zu verkleinern.

Trichets Worte werden auch als ein Zeichen aufgefasst, dass die EZB in den kommenden Monaten eine Zinssenkung erwägen könnte. Dies wurde umgehend von der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde begrüßt. Sie betonte, dass der Präsident der EZB, ganz entgegen seiner Gewohnheit, sich entschieden habe, während des Treffens am heutigen Tag über die Zinssätze zu sprechen.

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