Deutsche Bank will mehr als 7000 Stellen streichen

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. [Volker Kannacher/Flickr]

Die Deutsche Bank will nach eigenen Angaben mehr als 7.000 Stellen streichen. Wie Deutschlands größte Bank am Donnerstag vor ihrer Hauptversammlung in Frankfurt am Main mitteilte, soll sich die Zahl der Vollzeitstellen im Zuge der geplanten Neuausrichtung der Bank von derzeit etwas mehr als 97.000 auf „deutlich unter“ 90.000 verringern. Der Stellenabbau sei bereits im Gange.

Viele Stellen werden den Angaben zufolge im Aktiengeschäft gestrichen, das „erheblich“ umgebaut werden soll. Insgesamt sollen in dem Bereich etwa 25 Prozent der Stellen wegfallen. Im Aktienhandel werde sich die Bank künftig auf elektronische Lösungen und die weltweit relevantesten Kunden konzentrieren. Im Finanzierungsgeschäft mit Hedgefonds will sie das Bilanzvolumen um ein Viertel verkleinern, das entspricht einem Rückgang um etwa 50 Milliarden Euro.

Durch diese und andere Maßnahmen soll das Bilanzvolumen der Unternehmens- und Investmentbank um mehr als 100 Milliarden Euro sinken. Das entspricht rund einem Zehntel des Bilanzvolumens von rund 1050 Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals 2018. Der Großteil des Abbaus soll bereits im Jahr 2018 erfolgen.

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„Wir stehen zu unserer Unternehmens- und Investmentbank und bleiben international – daran werden wir nicht rütteln“, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende Christian Sewing. „Wir sind Europas Alternative im internationalen Finanzierungs- und Kapitalmarktgeschäft. Aber wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir wirklich gut können.“

Bei der Hauptversammlung muss Sewing die Anteilseigner von seinem geplanten Kurswechsel überzeugen. Er hatte bereits Ende April angekündigt, das Investmentbanking – einst Quelle großer Gewinne – einschrumpfen und die Bank auf das Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden in Europa ausrichten zu wollen. Ein Stellenabbau sei dabei unvermeidlich. Mit dem Umbau will die Deutsche Bank die Kosten senken.

Das Kreditinstitut hatte im vergangenen Jahr das dritte Jahr in Folge Verlust gemacht. Anfang April tauschte der Konzern den Vorstandsvorsitzenden aus – der Brite John Cryan musste gehen, Sewing, bislang Chef des Privat- und Firmenkundenbereichs, rückte an die Spitze und machte sich gleich daran, das skandalbehaftete Geldhaus neu auszurichten.

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