Der Leitzins bleibt bei Null Prozent

Am Freitag berät der Eurogipfel über die nächsten Reformschritte. [shutterstock]

Der Leitzins in der Eurozone bleibt bis auf weiteres bei 0,0 Prozent. Das entschied der Rat der Europäische Zentralbank (EZB) bei seiner Sitzung am heutigen Donnerstag,wie eine Sprecherin mitteilte.

Auch das umstrittene Anleihenkaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen bleibt vorerst unangetastet. Allerdings wurden die Käufe in diesem Rahmen bereits im vergangenen Oktober auf 30 Milliarden Euro pro Monat halbiert. Es wird spekuliert, dass die EZB nach und nach aus dem so genannten Quantitative Easing aussteigt. Heute unternahm sie allerdings keinen weiteren Schritt in diese Richtung.

Neben dem Leitzins bleiben auch die beiden anderen wichtigen Zinssätze unverändert: Lagern Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB ein, statt es an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25 Prozent Zinsen fällig.

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Den Leitzins hatte die EZB im bereits März 2016 auf 0,0 Prozent gesenkt, angeblich um den Kreditmarkt für Unternehmen in Schwung zu bringen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Banken das Geld nicht an die Realwirtschaft weitergeben, sondern es horten. Aufgrund der langen wirtschaftlichen Talfahrt und der Kürzungsmaßnahmen gebe es zu wenig Nachfrage für aussichtsreiche realwirtschaftliche Investitionen. Die „unkonventionelle Geldpolitik“ steht auch deshalb in der Kritik, weil Kleinsparer und Pensionsfonds unter den Nullzinsen leiden, während vor allem Vermögende profitieren, da ihre Vermögenswerte im Wert gesteigert werden.

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