Bundesbank-Vorstandsmitglied warnt vor weiterer Stärkung des Euro

Burkhard Balz ist einer der Vorsitzenden der Bundesbank. [Foto: Frank Rumpenhorst/Deutsche Bundesbank]

Angesichts der Diskussion über eine Stärkung der Rolle des Euro auf internationalen Finanzmärkten hat Burkhard Balz, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bundesbank, zur Vorsicht gemahnt.

Eine aktive Förderung erscheine aus politischer Sicht nur dann sinnvoll, falls die damit einhergehenden Vorteile die entsprechenden Nachteile überwiegen sollten, sagte er am Montagabend in Brüssel.

Balz verwies darauf, dass die Diskussion in der Europäischen Kommission über die Förderung der internationalen Nutzung des Euro dieses Jahr intensiver geworden sei. Eine Reihe von Initiativen sei darauf ausgerichtet, dass die europäische Gemeinschaftswährung künftig durch Drittländer und im Handel stärker genutzt werde. Neben Vorteilen – etwa Kosteneinsparungen – gebe es dabei jedoch auch Nachteile. “Einer wiegt besonders schwer: Insbesondere in Krisenzeiten kann die Nachfrage nach einer sicheren und liquiden Leitwährung nämlich erheblich ansteigen”, warnte Balz.

20 Jahre Euro – Jubiläum einer Krisenwährung

Am 1. Januar jährte sich die Euro-Einführung zum zwanzigsten Mal. Wurde die Gemeinschaftswährung damals vielerorts enthusiastisch gefeiert, ist mittlerweile Ernüchterung eingekehrt.

Es komme dann gelegentlich zu abrupten Nettokapitalzuflüssen in die “sicheren Häfen” des internationalen Finanzsystems. In der Folge könnte es zu einer realen effektiven Aufwertung des Euro kommen, die vor allem exportorientierte europäische Unternehmen und letztlich die gesamte Wirtschaft im Euroraum belasten würde.

“So klar die Vor- und Nachteile in der Theorie auch sein mögen, sie in konkreten Zahlen auszudrücken ist schwierig”, gab Balz zu bedenken. Ob sich eine stärkere internationale Verwendung des Euro im Endeffekt für das Eurogebiet auszahlen würde, sei schwer vorherzusagen.

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