Anlässlich des zehnten Geburtstages des Euro lobte die Kommission den Erfolg der gemeinsamen Währung, bedauerte jedoch, dass es der Eurozone nicht ausreichend gelinge, auf der Weltbühne geschlossen aufzutreten. Unterdessen hat die Slowakei grünes Licht erhalten und kann trotz Bedenken über die Fähigkeit des Landes, eine Inflation zu verhindern, den Euro 2009 einführen.
Der Kommissar für Wirtschaft und Währung Joaquin Almunia legte den Europaabgeordneten am 7. Mai 2008 einen Bericht über den Fortschritt des Euros vor und nannte die einheitliche Währung einen „vollen Erfolg“, und sagte, dass er „nachhaltige Preisstabilität in einem Maße, wie es viele – wenn nicht gar alle – Mitglieder des Euroraums zuvor nicht kannten“ gewährleiste.
Er betonte auch, dass die derzeit 15 Mitglieder der Eurozone einen bemerkenswerten Zuwachs an Arbeitsplätzen verzeichnet und sich bei weitem schneller entwickelt hätten als andere vollentwickelte Volkswirtschaften mit günstigeren demographischen Verhältnissen, wie beispielsweise die USA. Für die Zukunft erwarte Almunia, dass diejenigen Länder Probleme hätten, die sich außerhalb der Eurozone befänden.
Die Europaabgeordneten teilten die insgesamt positiven Bewertungen der Kommission des Erfolges des Euros, stimmten aber auch mit Almunias Bemerkungen über seine Defizite überein.
Der deutsche liberale Europaabgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Währung, Wolf Klinz, griff die Kritik der Kommission auf, dass die Eurozone in internationalen Institutionen wie beispielsweise bei der OECD oder dem IWF nicht individuell vertreten sei. Ihr Profil müsse gestärkt werden, damit sie ernster genommen werden könne.
Der Bericht der Kommission machte größere Euroländer wie Deutschland, Frankreich und Italien für diese Schwächen verantwortlich: Diese Länder setzten sich nicht für einen solchen Schritt ein, da sie durch die Zusammenlegung ihrer Sitze einen Verlust ihres Einflusses fürchteten. Sie würden es vorziehen, wenn ihre Teilnahme auf den Bereich ihrer nationalen Außenwirtschaftspolitik beschränkt bliebe.
Almunia betonte die Notwendigkeit einer stärkeren und geeinteren Präsenz der Euroländer auf der internationalen Bühne und sagte, Langzeittrends in der Weltwirtschaft und vor allem die wachsende Bedeutung der Eurozone würden vermutlich den Einfluss der einzelnen Länder der Eurozone in internationalen Finanzinstitutionen und -foren schwächen.
Ein Kommissionsbeamter sagte jedoch der Financial Times, dass es „ehrgeizig“ wäre, einen einzigen Sitz in den Weltfinanzinstituten zu fordern. Er erkannte an, dies werde weder heute, noch morgen, noch übermorgen geschehen. Man müsse dies als ein mittel- bis langfristiges Ziel sehen, so der Beamte, da man andererseits ein politischer Zwerg, aber ein wirtschaftlicher Riese wäre.
Der Bericht kritisierte ebenfalls die Tatsache, dass der Euro oft als Sündenbock für die schlechte wirtschaftliche Leistung genutzt werde, die jedoch in Wahrheit eine mangelhafte Wirtschaftspolitik auf nationaler Ebene zur Ursache habe.
Eine weitere Sorge der Europaabgeordneten – einschließlich der französischen sozialdemokratischen Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Währung Pervence Berès – war der Versuch einiger Politiker, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu untergraben. Dieser Hinweis richtet sich eindeutig an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (EURACTIV vom 12. Februar 2008).
Unterdessen hat die Kommission den Beitritt der Slowakei zur Eurozone zum 1. Januar 2009 gebilligt. Sie erklärte, das Land „hat einen hohen Grad an wirtschaftlicher Konvergenz mit der Eurozone erreicht“. Die Finanzminister der EU sollen die Entscheidung der Kommission während ihres Treffens im Juli 2008 bestätigen.

