Welche EU wollen wir?

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV.COM Ltd.

"Die EU darf nicht in die selbe Falle tappen oder zur Festung Europa werden, sondern sie muss sich weiterhin für multilaterale Beziehungen und insbesondere für eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit Afrika stark machen." [EPA/AHMED JALLANZO]

Nicht nur für uns Europäer*innen wird die Wahl eine große Auswirkung haben. Die EU ist der größte Hilfsgeber weltweit. Als solcher trägt sie auch eine große Verantwortung und muss sich dafür einsetzen, dass Entwicklungszusammenarbeit gerecht verläuft, schreibt ONE-Jugendbotschafterin Luisa Kern.

Die europäischen Parlamentswahlen nähern sich mit großen Schritten. Es ist also an der Zeit, sich zu überlegen, wen man wählen möchte. Denn die nächsten Wahlen sind von großer Bedeutung. Sie entscheiden darüber, welche politischen Gruppierungen im europäischen Parlament künftig eine wichtige Rolle spielen werden. Die europäische Union steht an einem Wendepunkt, und es stellt sich die Frage, wie der weitere Integrationsprozess aussehen wird. Themen, wie europäische Identität und die Diskussion um gemeinsame Werte, werden wieder aufgerollt. Der „Brexit“, ein Wort, das viele von uns schon gar nicht mehr hören können, steht immer noch im Mittelpunkt und wirft weitere Fragen über die Zukunft der EU auf. Auch die Debatten um Migration, Sicherheit und Grenzschutz sind Dauerbrenner.

Aber nicht nur für uns Europäer*innen wird die Wahl eine große Auswirkung haben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind der größte Hilfsgeber weltweit. Als solcher trägt sie auch eine große Verantwortung und muss sich dafür einsetzen, dass Entwicklungszusammenarbeit gerecht verläuft. Insbesondere bei der Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbarer Krankheiten muss die EU einen wichtigen Beitrag leisten.

Ich bin Jugendbotschafterin bei ONE und engagiere mich gleichzeitig für die EU. Das sind für mich zwei Dinge, die eng miteinander zusammenhängen und, die beide eine große Bedeutung für mich haben. Ich bin selbst überzeugte Europäerin und denke, dass man große Ziele nur gemeinsam auf europäischer Ebene erreichen kann. Engagement für eine gerechtere Welt sollte keinen Halt vor nationalen Grenzen machen. Unser Jugendbotschafter*innen-Programm gibt es daher auch in sieben europäischen Ländern.

Wir Jugendbotschafter*innen versuchen Kandidat*innen für das Europäische Parlament davon zu überzeugen das ‚ONE Vote‘-Versprechen zu unterzeichnen. Mit einer Unterschrift erklären sie, dass sie sich für das Ende extremer Armut einsetzen werden.

Wir erleben weltweit, dass Staaten ihre nationalen Interessen in den Vordergrund stellen und sich abschotten. Die EU darf nicht in die selbe Falle tappen oder zur Festung Europa werden, sondern sie muss sich weiterhin für multilaterale Beziehungen und insbesondere für eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit Afrika stark machen. In einer Zeit, in der die EU immer mehr unter Kritik gerät, in der populistische und nationalistische Strömungen Zuspruch gewinnen, heißt es Position beziehen. Denn eigentlich geht es bei den Wahlen darum: Welche EU wollen wir? Eine EU, die ihre internationalen Verpflichtungen ignoriert oder eine richtige Union, die sich der globalen Ungerechtigkeit erfolgreich entgegensetzt?

Deshalb fragen wir die Kandidat*innen schon vor der Wahl, ob sie sich dafür einsetzen, dass die EU ihre Vorreiterrolle bei der Verwirklichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele behält.

Ist dein*e Kandidat*in schon dabei? Sieh doch mal im Tracker nach.

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