EU-Wahlprognose: Neuer Orbán-Herausforderer kann mit drei Sitzen rechnen

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Peter Magyar trat Anfang des Jahres als Herausforderer des Ministerpräsidenten an, nachdem politische Skandale das Land erschüttert hatten und seine Ex-Frau und Staatspräsidentin Katalin Novák von allen Ämtern zurückgetreten war. [EPA-EFE/Szilard Koszticsak HUNGARY OUT]

Der größte Herausforderer vom ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbáns, kann, laut die neuesten Prognosen von Europe Elects für Euractiv, bei den bevorstehenden Europawahlen drei Sitze gewinnen. Schwächen wird er die unangefochtene Fidesz-Partei jedoch nicht können.

Peter Magyar, Ex-Parteimitglied und Ex-Gatte der früheren Fidesz-Justizministerin Judit Varga, dürfte drei Sitze erobern – allerdings nicht von Orbán und seiner Partei, sondern von den Oppositionsparteien.

„Ich bin nicht nervös, wir sind sehr zuversichtlich“, sagte Zoltan Kovacs, Ungarns internationaler Sprecher im Kabinettsbüro von Ministerpräsident Viktor Orbán, Reportern, darunter Euractiv, als er letzte Woche gefragt wurde, wie er Magyars Eintritt in die nationale und europäische politische Szene einschätze.

„Es gibt immer ein paar Zehntausend Menschen, die unzufrieden sind und wahrscheinlich nach Alternativen suchen“, fügte er hinzu.

Magyar trat Anfang des Jahres als Herausforderer des Ministerpräsidenten an, nachdem politische Skandale das Land erschüttert hatten und seine Ex-Frau und Staatspräsidentin Katalin Novák von allen Ämtern zurückgetreten war.

Daraufhin startete er eine Kampagne gegen Orbáns Amtsführung und veröffentlichte heimlich aufgenommene Gespräche zwischen ihm und seiner Ex-Frau, in denen er Korruption in höchsten Regierungskreisen anprangerte.

Die Tonbänder und der Widerstand gegen Orbán gaben ihm Auftrieb, der sich in Massenprotesten in Budapest gegen die Regierungspartei entlud.

Weniger als zwei Monate vor den Europawahlen im Juni ließ Magyar am 10. April seine Partei TISZA (Partei Respekt und Freiheit) registrieren, um sowohl auf europäischer als auch auf lokaler Ebene zu kandidieren – ein erster Test vor den Parlamentswahlen 2026.

Es wird erwartet, dass TISZA der Europäischen Volkspartei (EVP) beitreten wird, aus der Fidesz 2021 ausgeschlossen wurde.

Magyar wird die Liste für die Europawahlen anführen, aber nicht als Europaabgeordneter kandidieren, sondern seine politische Arbeit in Ungarn fortsetzen.

Weitere wichtige Entwicklungen seit den Prognosen von Ende März

  • EU: S&D 139 (+4), ID 84 (+2), Renew 84 (-3), EKR 82 (+1), Linke 40 (-7).
  • Deutschland: CDU (EVP) gewinnt zwei Sitze auf 24; Bündnis 90/Die Grünen (Grüne/EFA) verlieren zwei Sitze auf zwölf; Bündnis Sahra Wagenknecht (NI) verliert zwei Sitze auf fünf.
  • Frankreich: Europe Écologie Les Verts (Grüne/EFA) verliert zwei Sitze von acht auf sechs.
  • Italien: Azione (Renew) steigt von null auf drei Sitze.
  • Dänemark: Danmarksdemokraterne haben angekündigt, mit dem einen geplanten Sitz in die EKR einzutreten.

*Dateneingabe durch Mingo Garscha, Jakub Rogowicki und Tobias Gerhard Schminke, Europe Elects.

[Bearbeitet von Aurélie Pugnet/Alice Taylor/Kjeld Neubert]

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