Deutsche Konzerne warnen vor Erstarken von Populisten

Deutsche Unternehmen hoffen auf hohe Wahlbeteiligung ihrer Beschäftigten. [AFP / SEBASTIEN BOZON]

Vor der Europawahl Ende Mai haben die Chefs der Unternehmen Eon, Evonik, RWE und Thyssenkrupp vor einem Erstarken von Populisten gewarnt und an ihre Beschäftigten appelliert wählen zu gehen.

„Jahrzehntelang gab es einen europäischen und überwiegend auch globalen Konsens, dass mehr Zusammenarbeit zu mehr Wohlstand für alle führt“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom Dienstag. Dieser Konsens sei nun „bedroht“.

Eine hohe Wahlbeteiligung könne den Zusammenhalt in Europa hingegen stärken „und zugleich die Wahlchancen von Populisten verringern“, sagte Teyssen. Auch Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff zeigte sich mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Europa besorgt. „Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit es manchen gelingt auszublenden, was Europa für uns bedeutet“, sagte Kerkhoff. „Da sind aus meiner Sicht auch wir als Unternehmen gefordert.“

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„Es ist wichtig und richtig, die EU, unsere EU, jetzt zu stärken – statt sie zu schwächen, wie viele Populisten es fordern“, sagte Rolf Martin Schmitz, Chef des Essener Energiekonzerns RWE, der „WAZ“. Er werbe bei den Mitarbeitern dafür, das „demokratische Recht wahrzunehmen und im Mai wählen zu gehen“.

„Die Abstimmung in Großbritannien ist auch so ausgegangen, weil es nicht gelungen ist, junge Menschen zu mobilisieren“, sagte Evonik-Chef Christian Kullmann mit Blick auf das Brexit-Votum. „Das gleiche Risiko besteht nun in Europa – und für die Wahlen Ende Mai. Die Gefahr, dass europafeindliche Kräfte an Einfluss gewinnen, ist real.“

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