Finnlands Premier Katainen will Barrosos Nachfolger werden

Jyrki Katainen könnte der neue Kommissionspräsident werden. Foto: European People’s Party (CC BY 2.0)

Der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen könnte ab ab dem 1. Juli den bisherigen EU-Kommissar Olli Rehn ersetzen. Katainen macht jedoch auch keinen Hehl aus seinen Ambitionen auf das höchste Kommissionsamt. EURACTIV Brüssel berichtet.

Nach EURACTIV vorliegenden Informationen wird Olli Rehn, Mitglied der liberalen finnischen Zentrumspartei, sein Mandat als Europaabgeordneter antreten. Das bedeutet, dass Kommissionspräsident José Manuel Barroso die finnische Regierung dazu auffordern muss, einen neuen Vertreter in die Kommission zu entsenden. Alle 28 Mitgliedsstaaten sind in der Kommission vertreten.

Beim Gipfel am 27. Mai sagte der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen der konservativen Nationalen Sammlungspartei, dass er auf einen Umzug nach Brüssel Anfang Juli vorbereitet sei, wenn er denn als Nachfolger für Rehn nominiert würde. „Ich bin bereit dafür, am 1. Juli zu beginnen, wenn es denn möglich ist,“ sagte Katainen gegenüber finnischen Journalisten am Dienstag (27. Mai) in Brüssel.

Katainen macht keinen Hehl daraus, dass er an einem EU-Topjob interessiert ist. Im Idealfall wäre das der Posten des Kommissionspräsidenten. Er kündigte bereits im April an, dass er diesen Sommer nach drei Jahren vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten werde und für Rollen in der Europapolitik oder der internationalen Politik zur Verfügung stehe.

In Anbetracht des Widerstands, der sich unter den Staats- und Regierungschefs gegen den konservativen Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker formiert, kann man nicht ausschließen, dass ein anderer Konservativer den Job des Kommissionspräsidenten ergattert. Katainen ist allerdings bei weitem nicht der einzige mögliche Kompromisskandidat. In Europaparlamentskreisen wird auch der Name des früheren lettischen Ministerpräsidenten Valdis Dombrovskis gehandelt, wie EURACTIV erfuhr.

„Es ist Zeit für neue Gesichter“, sagt eine EVP-Quelle gegenüber EURACTIV und deutet an, dass Juncker keine brauchbare Option mehr sei.

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