Euroskeptiker in mehreren EU-Ländern teilen Ziele

UKIP-Leader Nigel Farage hat Berührungsängste vor anderen Rechtspopulisten - dabei verbinden sie wahrscheinlich ähnliche Grundwerte. Foto: EP

Die Euroskeptiker in einzelnen EU-Staaten haben einer Umfrage zufolge mehr Gemeinsamkeiten als bislang gedacht.

Ihnen geht es nicht nur um Einzelthemen wie die europäische Integration oder Einwanderung, wie eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Amsterdamer Institutes Motivaction International ergab. Am rechten Rand gibt es unabhängig vom Heimatland auch gemeinsame Werte. So setzten sich Euroskeptiker allgemein für Tradition und Gehorsam ein und seien der Ansicht, dass sich die Welt zu schnell verändere. Themen wie Einwanderung, Kriminalität und Sicherheit seien ihnen wichtiger als dem Durchschnittswähler. Arbeitslosigkeit und Umwelt spielten eine geringere Rolle, teilten die Meinungsforscher mit.

Bisher gingen Experten davon aus, dass die Gegner der europäischen Integration bei der Europa-Wahl im Mai zwar vergleichsweise stark abschneiden werden, aber nicht so viel gemeinsam haben, um im Parlament eine große Rolle zu spielen. Meinungsforscher Martijn Lampert sagte nun, wenn sich die Parteien zusammenschlössen, könnten sie wegen der gemeinsamen Werte ihrer Wähler eine wichtige Kraft werden.

Für die Erhebung befragten die Experten Euroskeptiker am rechten Rand in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Die französische Partei Front National und die niederländische PVV haben bereits eine Zusammenarbeit im Parlament verabredet. Eine spannende Frage ist, wie sich die Ukip verhalten wird, die in Großbritannien aus der Wahl als stärkste Kraft hervorgehen könnte. Ihr Vorsitzender Nigel Farage hat eine Kooperation mit beiden Parteien abgelehnt. Er fürchtet, dass die Debatten von Front National und PVV über Hautfarbe und Religion seiner Partei schaden könnten.

AfD lehnt Zusammenarbeit ab

Die euroskeptische Alternative für Deutschland (AfD) lehnt bislang eine Zusammenarbeit mit Ukip, Front National oder PVV ab. Inhaltliche Überschneidungen mit diesen Parteien sind trotzdem gegeben. Auch die AfD pflegt ein konservatives Werteprofil und hat Bedenken gegen ein weiteres Zusammenwachsen der EU. SPD, Grüne und Linke werfen Parteichef Bernd Lucke vor, ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren. Der Einzug der AfD ins Parlament scheint gewiss, zumal dann anders als bei der Bundestagswahl keine Fünf-Prozent-Hürde gilt.

Um eine Fraktion im EU-Parlament bilden zu können, sind mindestens 25 Abgeordnete aus sieben Staaten nötig. Ohne die Ukip könnte es für Front National und PVV schwer werden, auf die erforderliche Zahl der Sitze zu kommen.

Motivaction Research and StrategyThe staying power of the Eurosceptic voter rebellion (15. April 2014)

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