Zwei Millionen Euro für „umweltschonenden“ Radfernweg

Die Rhone-Radweg ist Teil des EuroVélo-Netzwerks. Dieses umfasst 17 Radfernwege mit einer Gesamtlänge von mehr als 90.000 Kilometern auf dem gesamten Kontinent. [Keitma/Shutterstock]

Die ViaRhôna, eine traditionsreiche 815 Kilometer lange Radroute im Südosten Frankreichs, hat in der Haushaltsperiode 2014-2020 mehr als zwei Millionen Euro an EU-Mitteln erhalten. Grund dafür war vor allem ihre Umweltkomponente. EURACTIV Frankreich berichtet.

Emissionsfreies Reisen vom Genfer See bis zu den Ufern des Mittelmeers: Der Radweg ViaRhôna wurde mit 2,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert – mit den Zielen Umweltschutzes und der Ressourceneffizienz.

Die Rhone-Radweg ist Teil des EuroVélo-Netzwerks. Dieses umfasst 17 Radfernwege mit einer Gesamtlänge von mehr als 90.000 Kilometern auf dem gesamten Kontinent.

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Als grüner und „schonender“ Verkehrsweg hat sich die ViaRhôna in den vergangenen Jahren als „echter Renner“ erwiesen, so Yves Ronot, der in der Umwelt- und Energieabteilung des Départements Auvergne-Rhône-Alpes für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Das Bedürfnis nach frischer Luft in den Monaten der Lockdowns, verbunden mit einer größeren Zurückhaltung bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, hat dem Projekt 2020 weiteren Auftrieb gegeben. Die Region erwartet, dass der „COVID-19-Effekt“ die Zahl der Nutzer auf dieser bei den Franzosen bereits sehr beliebten Strecke erhöhen wird.

Zwischen 2015 und 2017 stiegen die Nutzerzahlen bereits um zehn Prozent und erreichten 2017 laut einer im Rahmen des Projekts veröffentlichten Studie einen Höchststand von 1,1 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrern. Während es sich bei der Mehrheit weiterhin um Einheimische handelt, die die ViaRhôna für ihre täglichen Fahrten und Freizeitaktivitäten nutzen, sind inzwischen 18 Prozent der Nutzer Touristen.

Tourismus und Umweltschutz

Genau dieser touristische Faktor, gepaart mit dem Aspekt des Umweltschutzes, ist Teil der Konzeption des Projekts. Denn neben dem Radweg erstrecken sich entlang des Rhône-Ufers viele Natur- und Feuchtgebiete.

„Wir wollen den Radweg-Nutzern bewusst machen, wie wichtig es ist, diese Gebiete zu schützen,“ erklärt Ronot.

In Zukunft werde sich das Projekt noch mehr auf die Verknüpfung von Natur und Tourismus entlang der Strecke konzentrieren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Bildungsaspekt liegen soll.

Gleichzeitig ist die ViaRhôna laut Ronot eine „hervorragende Möglichkeit, Passanten und Gästen die angrenzenden Gebiete vorzustellen“.

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Die Route ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Verkehrsweg. Vor allem im Süden von Lyon durchqueren die Radfahrer ein Gebiet, das von römischen Überresten und dem Weinanbau geprägt ist, der schon zu Zeiten des römischen Kaisers Julius Cäsar betrieben wurde.

Laut dem Projektleiter stellt die ViaRhôna eine ideale Möglichkeit dar, dieses Naturerbe wiederzuentdecken, das in der Zeit der Industrialisierung in Vergessenheit geraten ist. Sie sei aber auch eine Möglichkeit, vielfältige Landschaften zu bewundern: Schließlich radelt man von den Alpen über die Provence bis hin zu den Stränden der Camargue.

Ein bisher noch bestehendes Problem: Während die Radfahrer auf rund 500 Kilometern auf reinen Radwegen oder gemeinsam genutzten Wegen mit geringem Autoverkehr fahren können, sind sie auf einigen Abschnitten nach wie vor gezwungen, die Straße mit stärkerem Autoverkehr zu teilen.

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Diesem potenziellen Unfallrisiko will man in Frankreich nun jedoch mit einem Programm begegnen, das durchgehende Rad-Freundlichkeit sicherstellen soll. Neben der Fertigstellung mehrerer Streckenabschnitte werden in der laufenden Budgetperiode zwei Überquerungen der Rhône für Radfahrer sicherer gemacht, die gesamte Route markiert und „innovative Dienstleistungen“ entwickelt, wie die Karten-App GeoVélo oder das Dreirad Benur für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Es bleibt jedoch noch viel zu tun, zumal ein Teil der für dieses Jahr geplanten Arbeiten aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben werden musste.

Nachdem der nächste langfristige EU-Haushalt (2021-27) nun fertig verhandelt ist, ist es für das Projekt an der Zeit, sich erneut um EU-Mittel zu bewerben, um die Strecke weiter zu sichern und die Bauarbeiten abzuschließen.

[Bearbeitet von Sam Morgan und Tim Steins]

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