Zukunftsängste drücken auf die Geburtenrate in Deutschland

Deutschland liegt mit einer Geburtenquote von 1,36 deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 1,57. Weshalb aber bekommen die Bundesbürger so wenige Kinder? Dieser Frage ist die Stiftung für Zukunftsfragen in einer aktuellen Untersuchung nachgegangen.

Demnach fürchten die meisten Bundesbürger die finanziellen Kosten, die durch den Nachwuchs entstehen. Auch die Angst, die eigene Freiheit zu verlieren, sowie die Sorge vor einem Karriereknick hält die Menschen vom Kinderkriegen ab. Jeder Zweite führt jedoch auch fehlende staatliche Betreuungsangebote an – im Westen (63 Prozent) deutlich häufiger als im Osten (40 Prozent).

Auch innerhalb der Bevölkerungsgruppen gibt es deutliche Unterschiede: Familien beklagen überdurchschnittlich oft fehlende staatliche Voraussetzungen (50 Prozent), kinderlose Paare dagegen sehen ihre unausgewogene Work-Life-Balance als Hinderungsgrund (58 Prozent). Singles führen oft die Angst vor Scheidung an (24 Prozent). Höhergebildete gehen nicht davon aus, dass sich Beruf und Familie gut vereinbaren lassen (62 Prozent). Insbesondere Menschen mit niedriger formaler Bildung glauben, dass sie sich Kinder finanziell nicht leisten können (70 Prozent).

Stiftungsleiter Ulrich Reinhardt appelliert an die Politik und Unternehmen, die Rahmenbedingungen für die Familiengründung zu verbessern. Gleichzeitig redet er auch den Bürgern ins Gewissen: "Es gibt keine absolute Sicherheit […], der richtige Zeitpunkt ist nie da und die Einschränkungen bei der Freiheit und dem Lebensstandard zahlen sich ebenso kurzfristig wie auch langfristig aus – seien es die zahllosen Glücksmomente mit den Kindern, der Zusammenhalt in der Familie oder die Sicherheit, im Alter nicht allein zu sein. Die Gründung einer Familie lohnt sich also in jedem Fall."

pat

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