Zagreb zwischen Erdbeben und COVID-19

Schwierige Situation in Zagreb: Viele Menschen haben ihre Häuser aufgrund der Einsturzgefahr verlassen. Gleichzeitig gilt es aufgrund der Coronavirus-Pandemie, zu engen Kontakt mit anderen Personen zu vermeiden. [EPA/ANTONIO BAT]

Die kroatische Regierung ringt darum, die Schäden des Erdbebens in Zagreb schnellstmöglich zu beheben und gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger vor dem Coronavirus-Ausbruch zu schützen. EURACTIV Kroatien berichtet.

Insbesondere das schwerste Beben mit einer Stärke von 5,5 auf der Richterskala hatte am Sonntag zu Schäden im Zentrum der Hauptstadt geführt. Premierminister Andrej Plenković besuchte am Montag die Teile Zagrebs, die am stärksten betroffen sind und teilte dabei mit, es seien Notunterkünfte bereitgestellt worden.

Im Raum Zagreb kam es seit Sonntag zu zwei größeren und insgesamt 55 Nachbeben. Die größten Schäden sind dabei an Wohnhäusern, Kirchen und anderen öffentliche Einrichtungen wie Museen im Stadtzentrum zu verzeichnen. Mehrere Menschen wurden verletzt; ein 15-jähriges Mädchen erlag gestern ihren schweren Kopfverletzungen.

Etwa 150 Soldatinnen und Soldaten sind derzeit mit der Beseitigung von Trümmern beschäftigt.

Starkes Erdbeben erschüttert Zagreb

Zwei mittelstarke Erdbeben der Stärke 5,5 und 5,0 auf der Richterskala trafen am Sonntagmorgen die kroatische Hauptstadt Zagreb. Es verursachte schwere materielle Schäden und verletzte einen 15-jährigen Einwohner tödlich. Das Epizentrum lag sieben Kilometer nördlich von Zagreb. EURACTIV Kroatien berichtet.

Bau- und Raumplanungsminister Predrag Štromar teilte mit, dass nun mehr als 7.000 Gebäude auf Schäden untersucht und ihre Statik überprüft werden soll. „Die Menschen befinden sich noch immer in einem Schockzustand. Viele von ihnen haben eine vorübergehende Unterkunft bei ihren Familien gefunden. Einige suchen Hilfe bei der lokalen Regierung, bei Zivilschutzorganisationen und einige haben eine Notunterkunft im Studentenwohnheim Cvjetno Naselje, das wir organisiert haben,“ fasste der Minister zusammen.

Derweil hat Kroatien den EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert. Im Rahmen der Nothilfe hat die Europäische Kommission bereits Zelte, Betten, Matratzen sowie Heizgeräte aus Slowenien, Ungarn, Österreich und Italien schicken lassen.

Gleichzeitig erklärte das kroatische Krisenmanagementteam für COVID-19 am Montag, als zusätzliche restriktive Maßnahme zur Eindämmung der Ausbreitung werde ein Reiseverbot innerhalb des Landes von Stadt zu Stadt verhängt.

Die Maßnahme wurde erklärt, nachdem viele EinwohnerInnen Zagrebs am Sonntagmorgen nach dem Beben aus der Stadt geflohen waren. Diese Bürgerinnen und Bürger werden selbstverständlich in ihre Häuser in der Hauptstadt zurückkehren dürfen, so Innenminister Davor Božinović.

[Bearbeitet von Sarantis Michalopoulos und Tim Steins]

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