Wieder Rekordankunft von Geflüchteten auf Lesbos

In Lesbos kamen gestern 13 Boot mit Geflüchteten an. Griechenland warf an die Türkei vor, das Flüchtlingsabkommen zu vernachlässigen.

Bei der größten Massenankunft seit drei Jahren seien allein 13 Boote innerhalb einer Stunde in Lesbos angekommen, teilten die örtliche Polizei und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag übereinstimmend mit.

Die griechische Regierung bestellte wegen der Massenankunft den türkischen Botschafter ein, hieß es in diplomatischen Kreisen. Dem türkischen Gesandten sei das Missbehagen der Zunahme der über die Türkei nach Griechenland gelangenden Flüchtlinge ausgedrückt worden. Der Botschafter habe versichert, dass sich die Türkei dem 2016 mit der EU abgeschlossenen Flüchtlingsabkommen verpflichtet fühle. Kern des Vertrags ist die Verringerung der über die Türkei nach Europa reisenden Migranten.#

Seenotrettung: Koalition der Aufnahmeländer formt sich

Die deutsch-französische Idee, eine Allianz der Willigen  für die Aufnahme von Flüchtlingen zu bilden, findet scheinbar Anklang. Rund 14 andere Mitgliedsstaaten hätten sich in Paris dafür ausgesprochen, sagt Emmanuel Macron.

“Wir waren überrascht. Wir haben diese Art abgestimmter Ankünfte in dieser Zahl seit 2016 nicht mehr erlebt”, sagte UNHCR-Sprecher Boris Cheshirkov. Die Zahl der Flüchtlingsankünfte in Griechenland stieg im August auf rund 7000, der höchste Wert seit drei Jahren. Nach Angaben von Hilfsorganisationen kommen die meisten Menschen aus Afghanistan.

Die am Donnerstag angekommenen Migranten wurden in das Lager Moira auf der Insel gebracht. Dort leben über 10.000 Menschen. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen Moira als überbelegt, unsicher und unmenschlich. In diesem Monat wurden bei gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Flüchtlingen ein afghanischer Junge getötet und zwei andere verletzt.

Innenministerium zufrieden nach einem Jahr Ankerzentren

Das Bundesinnenministerium hat eine erste Bilanz nach einem Jahr Ankerzentren gezogen. Das Ziel, die Asylverfahren zu beschleunigen, sei in den Zentren erreicht worden. Scharfe Kritik äußerten die Grünen.

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