Weltärztepräsident prangert Mängel beim Schutz von Senioren in Corona-Krise an

Die Bewohnerin eines Altenheims und eine Pflegerin im deutschen Altersheim "Zur Heiligen Familie". [SASCHA STEINBACH/EPA]

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat dem deutschen Staat massive Verfehlungen beim Schutz älterer Menschen in der Corona-Krise vorgeworfen.

In der Altenpflege hätten die Schutzkonzepte „komplett versagt“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Die Politik habe lange Zeit nur daran gedacht, Krankenhäuser mit Masken und Kitteln zu versorgen. „Kein Mensch hat an die Altenpflege gedacht“, monierte der Präsident des Weltärztebundes.

Fast 100 Milliarden Steuerverlust: Scholz kündigt Konjunkturprogramm an

Die Corona-Krise bedeutet für den deutschen Haushalt nicht nur mehr Ausgaben, sondern auch weniger Einnahmen. Doch Finanzminister Scholz denkt nicht an Einsparungen, im Gegenteil: Im Juni soll ein Konjunkturprogramm die Wirtschaft wieder ankurbeln.

Montgomery kritisierte zudem generell den Umgang mit älteren Menschen in Deutschland in der Corona-Krise: „Ich wundere mich sehr, wie viele Gedanken sich manche über junge gesunde Fußballer machen, während man gleichzeitig in Kauf zu nehmen scheint, dass die alten Menschen noch lange in sozialer Isolation leben sollen.“ Mit dieser Ungleichbehandlung sei „jedes Maß verloren“ worden.

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