Weiterer Flüchtling an der polnisch-belarussischen Grenze gestorben

Einer der Festgenommenen musste den Angaben zufolge von den Rettungsdiensten reanimiert werden, starb aber dennoch, vermutlich an einem Herzstillstand. [EPA/Artur Reszko]

An der polnisch-belarussischen Grenze ist ein weiterer Flüchtling gestorben. Wie der polnische Grenzschutz mitteilte, gehörte der Mann zu einer Gruppe von Migranten aus dem Irak, die in der Nacht zum Freitag (24. September) rund 500 Meter von der Grenze zu Belarus festgenommen wurden.

Einer der Festgenommenen musste den Angaben zufolge von den Rettungsdiensten reanimiert werden, starb aber dennoch, vermutlich an einem Herzstillstand.

Am Sonntag zuvor waren an der polnisch-belarussischen Grenze bereits vier Flüchtlinge tot aufgefunden worden. Tausende von Migranten, die vor allem aus dem Nahen Osten stammen, haben in den vergangenen Monaten versucht, von der belarussischen Seite aus in die EU zu gelangen. Sie wählten Wege über Lettland, Litauen und Polen. Die EU geht davon aus, dass die Flüchtlingsbewegung vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko gesteuert wird. Polen begann mit der Errichtung eines Stacheldrahtzaunes. Tausende polnische Soldaten sind an der 400 Kilometer langen Grenze zu Belarus im Einsatz.

Vertreter von Nichtregierungsorganisationen werfen der Regierung in Warschau vor, dass sie viele Flüchtlinge nicht ins Land lasse und es ihnen damit unmöglich mache, Asyl zu beantragen.

Der konservative polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki versicherte am Freitag auf Facebook, dass Warschau allen Migranten helfe, die die Grenze nach Polen überwunden hätten. „Wir versuchen, allen illegalen Migranten zu helfen und ihnen das Leben zu retten, wenn sie rechtzeitig gefunden werden“, schrieb Morawiecki. „Wir wollen, dass alle würdevoll behandelt werden.“

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