Wahlkampf: CDU und SPD werden jetzt persönlich

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wollte Merkel (CDU) nochmals im TV herausfordern. [Parti socialiste/Flickr]

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz greift Angela Merkel jetzt persönlich an: CDU und SPD setzen in der jetzt verstärkt auf eine persönliche Auseinandersetzung.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber stellte am Donnerstag die zweite Serie von Großwahlkampfplakaten vor, die ganz Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Zentrum setzen soll. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wiederum hat in seinem Wahlkampfauftritten seit dem Wochenende begonnen, die CDU-Chefin persönlich anzugreifen.

Die beiden neuen Großplakate der CDU zeigen Merkel im Bild, unter anderem mit dem Text: „Das große Ganze beginnt mit einem Ohr für die kleinen Dinge“.

Jeder zweite Wähler unentschieden – Mehrheit hält Wahl dennoch für gelaufen

Gut einen Monat vor der Bundestagswahl sind fast 50 Prozent der Wähler Umfragen zufolge noch unentschieden, wen sie wählen wollen. Dennoch hält eine Mehrheit die Wahl für so gut wie gelaufen.

Zudem wird ab kommenden Montag ein TV-Spot geschaltet, in dem Merkel die Lage in Deutschland beschreibt. Tauber betonte, dass die CDU aber die zentralen Themen Sicherheit, Familie, Arbeit/Wirtschaft und Europa weiter thematisieren werde.

Eine persönliche Auseinandersetzung mit dem SPD-Kanzlerkandidaten sei nicht zu erwarten. „Wir brauchen uns nicht jeden Tag an einem politischen Mitbewerber abarbeiten“, sagte er. Merkel hat Schulz in ihren ersten Wahlkampfauftritten nicht erwähnt.

Wahlkampfthema soziale Gerechtigkeit: Rente und Terror-Abwehr gehen vor

Viele Deutsche sind der Meinung, dass es in Deutschland nicht gut um die soziale Gerechtigkeit steht. Die SPD wählen würden sie deshalb trotzdem nicht, zeigt eine Umfrage.

Schulz: Merkel ist persönlich für Scheitern von Reformen verantwortlich 

SPD-Chef Schulz hat dagegen seit dem Wochenende und mit dem Beginn der großen Wahlkampfauftritte die Kanzlerin ins Visier genommen. Am Mittwoch warf er Merkel in seiner Rede in Göttingen mehrfach vor, persönlich dafür verantwortlich zu sein, dass Reformen in der großen Koalition nicht zustande kamen.

So sagte er mit Blick auf die von der SPD geforderte verschärfte Mietpreisbremse: „Das wurde gestoppt durch eine persönliche Entscheidung Angela Merkels – ganz persönlich.“ Sie habe auch die gescheiterten Reformen zur Leiharbeit und zum Rechtsanspruch auf den Übergang von Teil- in Vollzeitarbeit persönlich zu verantworten. Schulz attackierte sie zudem bei der Rentenpolitik und für ihren Umgang mit US-Präsident Donald Trump.

SPD lässt Wahlkampffinanzierung der CDU prüfen

Wegen Nebenjobs von Mitarbeitern aus dem Kanzleramt bei der CDU lässt die SPD die Wahlkampffinanzierung des politischen Konkurrenten überprüfen.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN