Ungarn startet Umfrage für mehr Kinder, gegen Migration

Familie als Schatten vor Sonnenuntergang

Der Rückgang der Bevölkerung soll nicht mit Einwanderung, sondern mit mehr Unterstützung von Familien bekämpft werden, so die Botschaft der ungarischen Umfrage. [Konstantin Christian/ Shutterstock]

Die ungarische Regierung hat eine landesweite Befragung zur Familienpolitik gestartet. Sie zielt darauf ab, Ablehnung gegen Immigration zu schüren und eine Botschaft nach Brüssel zu senden.

Zu Beginn Umfrage, bei der Fragebögen an Millionen Haushalte versendet wurden, erklärte Staatssekretärin Katalin Novak, Ungarn wolle sich bei den demographischen Herausforderungen „auf seine internen Ressourcen verlassen“ und „nicht mit Einwanderung die Bevölkerung ersetzen“. Durch die Umfrage erhofft sich die Regierung, den Rückhalt für ihren Widerstand gegen die Migrationspolitik der EU auszubauen.

Die rechtsnationalistische Regierung wirft der EU in dem Fragebogen vor, dem Problem der sinkenden Bevölkerungszahlen durch verstärkte Zuwanderung begegnen zu wollen. Dies lehnt die Regierung in Budapest ab: In der ersten Frage etwa sollen die Ungarn Stellung zu der Aussage nehmen, dass „der Rückgang der Bevölkerung nicht mit Einwanderung, sondern mit einer erhöhten Unterstützung von Familien bekämpft“ werden soll. „Unsere Zukunft, das sind die ungarischen Kinder“, erklärte Staatssekretärin Novak. „Europa ist der Kontinent der leeren Wiegen, es gibt nicht genug Kinder.“ Der Fragebogen trägt den Titel „Familienverteidigung“. Weitere Fragen horchen die Wähler daraufhin aus, ob Mutterschaft als Vollzeitbeschäftigung anerkannt werden soll, ob das Recht eines Kindes auf Vater und Mutter in die Verfassung aufgenommen werden oder ob die „intellektuelle und körperliche Entwicklung der Kinder“ ein Wert sei, den der
Staat verteidigen soll.

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Die Regierung hofft auf eine große Beteiligung an der Umfrage, um „eine starke Botschaft nach Brüssel zu senden“. Bei einer ähnlichen Aktion im vergangenen Jahr hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den „lenkenden“ Charakter des Fragebogens kritisiert. Ungarn hat mit 1,34 Kindern pro Frau eine der niedrigsten Fertilitätsraten innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Mehr als eine halbe Millionen Menschen sind zudem nach offiziellen Angaben in den vergangenen zehn Jahren zum Arbeiten in Richtung Westen ausgewandert und haben somit die Bevölkerung unter die symbolträchtige Zahl von zehn Millionen gedrückt.

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