Umfragehoch der Union hält an, Söder bei K-Frage weiterhin vorn

Angela Merkel hat erneut deutlich gemacht, für eine fünfte Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Markus Söder, der aktuellen Umfragen die besten Chancen auf die Nachfolge von Merkel hat, betont jedoch, in Bayern bleiben zu wollen. [EPA-EFE/MIKA SCHMIDT / POOL]

Rund drei Monate nach dem Ausbruch von COVID-19 in Deutschland sind die Umfragewerte der Union ebenso wie das Vertrauen in die Kanzlerin unverändert hoch.  Dennoch schließt Merkel eine fünfte Amtszeit aus. Wie steht es um ihre Nachfolge? 

Wenn am vergangenen Sonntag Bundestagswahl gewesen wäre, wären CDU und CSU den neuesten Zahlen des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap zufolge auf 38 Prozent gekommen. Damit halten sich die Beliebtheitswerte der Union auch knapp drei Monate, nachdem in Deutschland die ersten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eingeführt wurden, auf einem konstant hohen Niveau.

Deutlich niedriger, aber ebenfalls konstant sind die Umfragewerte der übrigen Parteien. Die Grünen wären mit rund 19 Prozent zweitstärkste Kraft geworden, gefolgt von der SPD mit 15 Prozent. Die FDP wäre auf sechs Prozent gekommen, die Linke auf acht Prozent, und auch die AfD hätte mit neun Prozent weiterhin im einstelligen Bereich gelegen.

Merkel: Keine weitere Kanzlerkandidatur

Die Umfragewerte der Union spiegeln die Zufriedenheit der deutschen Bevölkerung mit dem Vorgehen der Bundesregierung in der Corona-Pandemie wider. Bundeskanzlerin Angela Merkel rangiert seit Wochen auf Platz eins der beliebtesten PolitikerInnen in Deutschland und weist die höchsten Zufriedenheitswerte auf.

Nicht nur in der Bevölkerung, auch in der Politik wurden in den vergangenen Wochen Stimmen lauter, die eine fünfte Amtszeit der Kanzlerin ins Spiel brachten. Die Kanzlerin selbst dürfte diesen Spekulationen in der vergangenen Woche jedoch endgültig ein Ende gesetzt haben.

In der ZDF-Sendung „Was nun“ darauf angesprochen, ob sie sich eine fünfte Amtszeit vorstellen könne, antwortete Merkel mit einem eindeutigen „nein, wirklich nicht“. Ihre Entscheidung, kein weiteres Mal kandidieren zu wollen, stehe „ganz fest“, so die Kanzlerin.

Friedrich Merz: „Söder kein Konkurrent“

Auf dem für Dezember angesetzten Parteitag wird die CDU die Frage nach dem Parteivorsitz klären, bald danach dürfte auch die Kanzlerfrage entschieden werden. Neben Friedrich Merz (CDU) und Norbert Röttgen (CDU) strebt auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Parteivorsitz an – der CDU-Vorsitzende gilt traditionell auch als wahrscheinlicher Kanzlerkandidat.

Der eigentliche Wettbewerb um den Parteivorsitz, so heißt es von den Bewerbern, wird angesichts der Corona-Pandemie wohl erst im Herbst richtig beginnen. Dennoch ist die Diskussion über die Nachfolge von Merkel sowie Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Vorsitzender in vollem Gange.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) liegt seit Wochen hinter Merkel auf Platz zwei der beliebtesten Politiker in Deutschland. Einer aktuellen Spiegel-Umfrage zufolge sind rund 65 Prozent der CDU/CSU-Wähler der Meinung, dass die Union mit Söder als Kanzlerkandidaten die besten Chancen hätte, die Bundestagswahl zu gewinnen. Weit abgeschlagen folgt Merz, dem mit rund 16 Prozent immerhin noch deutlich mehr Befragte bessere Erfolgsaussichten zugestehen als seinen Konkurrenten Laschet und Röttgen.

Söder beteuerte zuletzt immer wieder, dass sein Platz in Bayern sei. Merz sagte kürzlich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass er davon ausgehe, dass der bayerische Ministerpräsident „diese Äußerung ernst meint“. Doch die jüngsten Aussagen Söders lassen hellhörig werden. Die Krise zeige, „wem die Deutschen in schwierigen Zeiten vertrauen“, sagte er der „Welt am Sonntag“ Ende Mai. Wie diese Äußerung vor dem Hintergrund, dass er selbst deutlich höhere Vertrauenswerte genießt als Merz, Laschet und Röttgen, zu verstehen ist, wird sich im Herbst zeigen.

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