Über 700 Migranten am Wochenende aus dem Mittelmeer gerettet

Am Wochenende wurden laut Angaben von Nichtregierungsorganisationen um die 700 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet, das Schiff Ocean Viking ist im Bild. EPA-EFE/FRANCESCO RUTA

Bei mehreren Einsätzen auf dem Mittelmeer haben Hilfsorganisationen am Wochenende mehr als 700 Migranten in Seenot gerettet. Über 400 Flüchtlinge wurden in der Nacht zu Sonntag (1. August) von einem Holzboot in Sicherheit gebracht.

„Die ganze Nacht waren wir zusammen mit Sea-Watch und ResQship mit der kritischen Rettung von rund 400 Menschen aus einem großen Holzboot beschäftigt, das voll Wasser lief,“ teilte die europäische Organisation SOS Méditerranée am Sonntag (1. August) auf Twitter mit. Allein das Rettungsschiff „Ocean Viking“ sei zu sechs Einsätzen gerufen worden.

Die Geretteten würden nun auf den Schiffen „Ocean Viking“ und „Sea-Watch 3“ betreut. Die nächtliche Rettungsaktion dauerte nach Angaben der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch fünf Stunden. Bei einem weiteren Einsatz retteten die Helfer von Sea-Watch 26 weitere Menschen aus Seenot, wie die Organisation am Sonntag (1. August) auf Twitter mitteilte. „Wir haben jetzt insgesamt 250 Gäste an Bord, um die sich unsere Crew kümmert.“

Die Helfer der „Ocean Viking“ wurden eigenen Angaben zufolge seit Samstag (31. Juli) zu sechs Rettungseinsätzen gerufen. Bei seinem letzten Einsatz am Sonntag (1. August) brachte das Schiff 106 weitere Menschen aus einem Holzboot in Sicherheit, das in der maltesischen Rettungszone in Seenot geraten war, wie die deutsche Sektion von SOS Méditerranée auf Twitter mitteilte. „Der jüngste Überlebende ist erst drei Monate alt.“

Insgesamt stieg die Zahl der Geretteten an Bord der „Ocean Viking“ damit auf 555, da die Organisation bereits am Samstag (31. Juli) bei mehreren Rettungseinsätzen Migranten an Bord genommen hatte. Bei vier Rettungsaktionen waren demnach insgesamt 196 Migranten vor der libyschen Küste gerettet worden. Darunter waren laut der Organisation mindestens zwei Schwangere, 28 Frauen und 33 Minderjährige, davon 22 unbegleitet.

Seit Beginn des Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bereits mindestens 1146 Migranten bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1200 Todesopfer. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. SOS Méditerranée gibt an, seit Februar 2016 mehr als 30.000 Menschen gerettet zu haben.

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