Tschechische Geheimdienste warnen vor Einbeziehung von Rosatom

Rosatom ist bei einer Ausschreibung in Tschechien aufgrund der aktuellen Konflikte raus: Konkret geht es um den Bau eines neuen Blocks im Atomkraftwerk Dukovany. [Martin Lisner / Shutterstock]

Die tschechischen Geheimdienste haben die Regierung vor der Einbeziehung des russischen Energieriesen Rosatom in eine geplante Ausschreibung gewarnt. Dabei geht es um den Bau eines neuen Blocks im Atomkraftwerk Dukovany.

Eine Einbindung von Rosatom würde die Tschechische Republik „verwundbar“ machen, warnen die Dienste. Die einzige gangbare Lösung wäre daher der Ausschluss von Rosatom noch vor Beginn der offiziellen Ausschreibung.

Präsident Miloš Zeman setzt sich jedoch seinerseits dafür ein, dass das russische Unternehmen an der Ausschreibung teilnehmen kann. Nach Informationen von EURACTIVs tschechischem Medienpartner Aktuálně.cz und der Wochenzeitung Respekt will nun auch Industrieminister Karel Havlíček das halbstaatliche Energieunternehmen ČEZ anweisen, Rosatom sowie drei weitere potenzielle Bieter zu kontaktieren und ihnen die Ausschreibungsunterlagen zukommen zu lassen.

Die Oppositionsparteien bezeichnen diesen Schritt als „skandalös“, da das Parlament bisher noch nicht darüber abgestimmt hat.

Eine endgültige Entscheidung über einen Vertrag zum Bau des neuen Blocks wird ohnehin erst von der nächsten Regierung getroffen, die nach den Parlamentswahlen im Herbst gebildet wird. Fachleuten zufolge dürfte es jedoch „sehr schwer“ sein, das russische Unternehmen dann noch auszuschließen, wenn die entsprechenden Bewerbungsunterlagen bereits verschickt wurden – auch, wenn die Ausschreibung offiziell noch nicht begonnen hätte.

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