Trump will US-Armee in Polen aufstocken

Der polnische Präsident Andrzej Duda zusammen mit Donald Trump. [Shawn Thew/ epa]

Donald Trump ärgert sich, dass Deutschland dem zwei-Prozent-Ziel für sein Militär nicht nachkommt. Nun stockt er die Truppen im Nachbarland Polen auf.

US-Präsident Donald Trump hat eine Verstärkung der US-Truppenpräsenz in Polen angekündigt. Die polnische Regierung werde Stützpunkte für die US-Soldaten bauen und „sämtliche Kosten“ dafür tragen, sagte Trump am Montag während eines Treffens mit Polens Präsident Andrzej Duda am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Beide Staatschefs unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Verstärkung der Verteidigungszusammenarbeit ihrer Länder.

Laut der Erklärung soll die bisherige Zahl von 4500 US-Soldaten in Polen um 1000 weitere Soldaten verstärkt werden. „Höchstwahrscheinlich“ würden die Truppen von anderen europäischen US-Militärstützpunkten abgezogen und nach Polen verlegt, sagte Trump.

Die Frage von Journalisten, ob die erhöhte US-Truppenpräsenz in Polen eine Reaktion auf eine gestiegene Bedrohung aus Russland sei, verneinte Trump. Er habe der Idee vielmehr aus „Respekt“ für Polens Präsident Duda zugestimmt.

Washington droht Berlin: Können US-Truppen nach Polen verlegen

In Washington spricht man bereits seit Längerem von einer möglichen Verlagerung von US-Truppen aus Deutschland in den Osten.

Dass Trump Soldaten nach Osteuropa entsenden könnte, hatte sich bereits angekündigt.  Die USA fordern von Deutschland seit Langem vergeblich, das 2-Prozent-Verteidigungsziel zu erreichen. Bislang geherbergt die Bundesrepublik mit 35.000 Personen die meisten US-Soldatinnen und -Soldaten in Europa. In den vergangenen Monaten haben amerikanische Diplomaten jedoch vermehrt laut über die mögliche Verlegung einiger in Deutschland stationierter Militärs in den Osten Europas nachgedacht.

In Berlin befürchtet man eine weitere Verschlechterung der ohnehin angespannten transatlantischen Beziehungen.

CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer reagierte darauf mit der Aussage, die Präsenz von US-Streitkräften in Deutschland liege im „beiderseitigen Sicherheitsinteresse“.

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