Transit-Bremse auf der Brenner-Route

Der Brenner-Pass zwischen Italien und Österreich [Foto: EPA/JAN HETFLEISCH, (c) dpa]

Tirol, das vom LKW-Verkehr auf der Brenner-Route besonders betroffen ist, will nun eine Transit-Bremse verfügen.

Der Weg von München über Kufstein und Innsbruck, dann über den Brenner und von dort weiter nach Bozen bis hinunter nach Verona, ist die stärkste Nord-Süd-LKW-Transversale in Europa. Bis zu 600 LKW pro Stunde wurden am Checkpoint Kufstein in der Vergangenheit bereits an einigen Tagen registriert. Das allerdings hat dann auch einen Verkehrs-Kollaps zur Folge. So geschehen am 3. Juni dieses Jahres. Genau dieses Chaos will nun Tirols Landeshauptmann Günther Platt verhindern. Daher soll am 4. und 27. Oktober eine Blockabfertigung an der bayerisch-österreichischen Grenze erfolgen. Es sind dies die Tage nach dem Tag der deutschen Einheit und nach dem österreichischen Nationalfeiertag.

Der Grund für die hohe LKW-Frequenz, der im engen Inntal auch für eine hohe Schmutz- und Lärmbelastung sorgt, liegt vor allem darin, dass die Brennerroute weitaus billiger ist als alle Wege, die über die Schweiz oder Frankreich führen. So kosten ein Kilometer von Rosenheim bis Kufstein nur 16 Cent, von Kufstein bis zum Brenner 88 Cent und vom Brenner bis Verona 17 Cent. Vergleichsweise wird in der Schweiz die Maut pro Tonne und Kilometer verrechnet, wobei je nach den Emissionswerten des LKW die Berechnungsbasis zwischen 2,28 und 3,10 Franken schwankt.

Bei der nun an den zwei Oktober-Tagen vorgesehenen Blockabfertigung sollen nur noch so viele LKWS bei Kufstein durchgelassen werden, als damit ein flüssiger Durchgangsverkehr gewährleistet ist. Soll heißen, dass die Anzahl auf 250 bis 300 LKWs pro Stunde begrenzt wird. Für den Tiroler Landeshauptmann handelt es sich dabei um „eine Hilfsmaßnahme, weil sonst die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet ist“. Er beklagt allerdings auch, dass es seitens Deutschland in den vergangenen Monaten keine Gesprächsbereitschaft gegeben habe, wie die Belastung auf der Brenner-Route nachhaltig gemindert werden könne.

In der Tiroler Landesregierung wird daher die Einführung einer so genannten „Korridor-Maut“ beziehungsweise auch die Einführung einer Lkw-Obergrenze überlegt, die festlegt, wie viele Lkws pro Tag die Brennerstrecke verträgt. Und in Innsbruck ist man sich der vollen Unterstützung durch die in Wien sitzende Bundesregierung sicher. Wie bei so manchen anderen Themen so wird wohl auch in der Transitfrage, die Belastung auf mehrere Länder verteilt werden müssen. Und EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc wird nicht umhin kommen, da wieder einmal mit massiven Protesten der Frächter zu rechnen ist, sich für eine Verhandlungslösung stark zu machen.

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