Tirols Landeschef erhält Rückenwind im Kampf gegen den Transitverkehr

Mit 44,3 Prozent der Stimmen bei den Landtagswahlen in Tirol konnte die ÖVP unter Führung von Landeshauptmann Günther Platter ihren ersten Platz weiter ausbauen. [EPA/HANS KLAUS TECHT]

Tirol erhöht den Druck für eine Entlastung im Nord-Süd-Transit. Das Ergebnis der Landtagswahl macht es möglich.

Die Volkspartei ÖVP bleibt auf der Erfolgsspur. Sie konnte nun mit 44,3 Prozent der Stimmen auch bei den Landtagswahlen in Tirol ihren ersten Platz weiter ausbauen und die Konkurrenten deutlich hinter sich lassen.

Nun hat die ÖVP die Möglichkeit, sich ihren Regierungspartner unter den potentiellen Parteien aussuchen. Entscheidend für das gute Abschneiden der ÖVP waren laut Nachwahlbefragungen sowohl der Spitzenkandidat Landeshauptmann Günther Platter als auch dessen beharrlicher Einsatz, die Belastungen für die Bevölkerung durch den LKW-Transitverkehr auf der 115 Kilometer langen Nord-Süd-Route von Kufstein bis zum Brenner in erträglichen Grenzen zu halten.

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Nach diesem Wahlsonntag wird man vor allem in Brüssel, aber auch bei der Bayerischen Landesregierung in München mit noch mehr Nachdruck seitens Tirol rechnen müssen. Zudem hat der gestärkte Günther Platter bereits am Wahlabend angekündigt, in der Transit-Frage beharrlich zu bleiben.

Platter hat gleich vier Optionen

Bislang führte Platter eine Koalition mit den Grünen. Diese mussten zwar leichte Verluste hinnehmen, konnten aber das desaströse Abschneiden bei der Nationalratswahl, nach der sie aus dem österreichischen Parlament ausschieden, wieder gut machen.

Mit Platter ins politische Geschäft kommen will aber auch die SPÖ, die sich mit 17,3 Prozent ein wenig erholt hat und die FPÖ auf den dritten Platz verwies. Mit 15,5 Prozent legte der Tiroler Ableger der Strache-Truppe zwar deutlich zu, blieb aber doch hinter dem eigenen, wesentlich höher gesteckten Wahlergebnis zurück. Beobachter sehen darin eine Folge der  kritischen Auseinandersetzungen über den Einfluss der Burschenschaften und die Stornierung des Rauchverbots, mit der die FPÖ in den letzten Wochen konfrontiert war.

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Hoffnung auf ein Angebot machen sich auch noch die NEOS, die erstmals den Sprung in den Tiroler Landtag schafften. Theoretisch käme auch noch eine Abspaltung der ÖVP, die so genannte Liste Fritz, als Partner in Frage. Diese wollen jedoch weiter in der Opposition bleiben.

Spannung verspricht auch die Landtagswahl in Kärnten, die nächste Woche stattfindet. Dort standen mit Jörg Haider und Josef Dörfler von 1999 bis 2008 sowie von 2008 bis 2013 zwei Politiker an der Spitze des Landes, die aus FPÖ-Holz geschnitzt waren, wenngleich sie als BZÖ firmierten. Als Folge des Hypo Alpe Adria Skandals machte aber bei der letzten Landtagswahl wieder die SPÖ das Rennen.

Schon seit längerem haben Vizekanzler Heinz Christian Strache und seine Anhänger die Hoffnung, Österreichs südlichstes Bundesland wieder zurückzugewinnen.  Nach letzten Umfragen kommt jedoch die SPÖ von Landeshauptmann Peter Kaiser auf 44 Prozent, der blaue Herausforderer auf gerade einmal 24 Prozent. Auch für die Grünen bricht im Land um den Wörthersee kein neuer Frühlingan. So lauten jedenfalls die aktuellen Prognosen.

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