The Capitals: Slowaken vertrauen Sputnik mehr als einigen anderen Impfstoffen

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: In der Slowakei gibt man sich offen gegenüber russischen Impfstoffen, in Polen nicht. [Shutterstock/LadyRhino]

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: In der Slowakei gibt man sich offen gegenüber russischen Impfstoffen, in Polen nicht. Außerdem: Die Maskenaffäre belastet die deutschen Unionsparteien und Tschechien bittet um Unterstützung.

Außerdem auf EURACTIV.de: EU-Kommissionschefin von der Leyen macht Hoffnung auf sicheres Reisen im Sommer.

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BRATISLAVA / WARSCHAU

Für russische Impfstoffe: Fast genauso viele Slowakinnen und Slowaken würden sich mit dem russischen Impfstoff Sputnik V impfen lassen wie mit dem Impfstoff von Pfizer-Biontech, so eine Umfrage der Agentur Focus von Februar.

Etwa 55 Prozent der Teilnehmenden gaben an, bereit zu sein, sich mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff impfen zu lassen. Sputnik V sei für die Befragten dann der am zweithäufigsten akzeptierte Impfstoff, noch vor den Stoffen von Astrazeneca und Moderna: Demnach würden sich 53 Prozent der Befragten mit Sputnik impfen lassen. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

Gegen russische & chinesische Impfstoffe: Die große Mehrheit der polnischen Bevölkerung will hingegen offenbar nicht, dass die Regierung Impfstoffe aus China oder Russland kauft, so die Ergebnisse einer am Samstag veröffentlichten Umfrage.

Während lediglich 19 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Regierung den russischen Impfstoff kaufen sollte, würden sich 26 Prozent für den Kauf des chinesischen Impfstoffs aussprechen, so eine Umfrage des Meinungsforschungszentrums Pollster im Auftrag der Boulevardzeitung Super Express.

>> Mehr dazu: Mehrheit in Polen gegen Impfstoffe aus Russland und China

(Marián Koreň, EURACTIV.sk / Mateusz Kucharczyk, EURACTIV.pl) 

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BERLIN

Maskenaffäre belastet Union: Am Wochenende verdichteten sich Berichte über Bundestagsabgeordnete der Unionsparteien, die an der Maskenbeschaffung mitverdient haben sollen.

Demnach haben der CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel ebenso wie der CSU-Vertreter Georg Nüßlein Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Masken verdient.

Nüßlein kündigte als Konsequenz an, im September nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. Löbel teilte am Sonntagmorgen ebenfalls mit, sich aus der Politik zurückzuziehen.

Derweil verlieren in der Pandemie vor allem CDU und CSU an Zustimmung in der deutschen Bevölkerung. Nach dem „Impfdebakel“ belaste nun auch die Maskenaffäre die schwarz-rote Regierung, so EURACTIVs Medienpartner Der Tagesspiegel.

>> Mehr dazu: Große Koalition verliert in Umfrage ihre Mehrheit

(Sarah Lawton, EURACTIV.de)

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BRÜSSEL

Streitpunkt Ausgangssperre: Der Coronavirus-Beratungsausschuss Belgiens hatte am Freitag leichte Lockerungen bei den bestehenden Maßnahmen angekündigt. Die seit Oktober vergangenen Jahres geltende nächtliche Ausgangssperre bleibt dabei jedoch weiterhin unangetastet.

Inzwischen äußern sich auch einige Politikerinnen und Politiker kritisch gegenüber der Maßnahme: Jan Jambon, Ministerpräsident von Flandern, bezeichnete die Ausgangssperre in einem Interview mit dem Sender VRT als „einen schweren Eingriff in unsere Freiheit“. Seine nationalistische Partei N-VA hat inzwischen einen Gesetzentwurf eingereicht, um die Ausgangssperre baldmöglich zu beenden.

Georges-Louis Bouchez, Präsident der regierenden liberalen MR, sagte gegenüber VRT ebenfalls, die Maßnahme solle „im Laufe des Aprils“ wegfallen. Es könne von einer Ausgangssperre keine Rede mehr sein, wenn sogar die Gastronomie wieder öffne.

(Alexandra Brzozowski, EURACTIV.com)

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LUXEMBURG

Verlängerung bis Ostern: Luxemburg wird die COVID-19-bedingten Einschränkungen bis Ostern verlängern, kündigten Gesundheitsministerin Paulette Lenert und Ministerpräsident Xavier Bettel am Montag auf einer Pressekonferenz an.

Bettel zeigte sich optimistisch, dass Bars und Restaurants im kommenden Monat wieder öffnen und auch einige andere Einschränkungen endlich beendet werden könnten.

(Anne Damiani, EURACTIV.com)

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BERN

Schweizer für Verhüllungsverbot: Der Vorschlag, „Gesichtsverhüllungen“ in der Öffentlichkeit in der Schweiz zu verbieten, hat am Sonntag einen knappen Sieg in einem verbindlichen Referendum errungen. Die Abstimmung war von der gleichen rechten Gruppe initiiert worden, die bereits 2009 ein Verbot neuer Minarette beantragt hatte. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(EURACTIV.com / Reuters)

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ROM / BUKAREST

Kritik an McKinsey-Deal: Die Regierung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi steht in der Kritik, weil sie das Beratungsunternehmen McKinsey damit beauftragt hat, Pläne für die Verwendung der EU-Mittel aus dem Recovery Fund umzuschreiben. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

Astrazeneca für alle: Der Impfstoff von Astrazeneca darf bald auch bei Menschen über 65 Jahren eingesetzt werden, hat der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza bestätigt.

Ab Montag oder Dienstag werde es demnach „keine Altersbeschränkungen für den Astrazeneca-Impfstoff mehr geben. Es liegen neue Beweise vor, die seine Wirksamkeit belegen“, sagte Speranza.

Auch die rumänischen Behörden könnten am heutigen Montag die Altersbeschränkung für Astrazeneca-Impfungen aufheben, so der Koordinator der nationalen Impfkampagne. Ursprünglich hatte Rumänien die Verabreichung des Impfstoffs lediglich für Menschen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren genehmigt.

(Daniele Lettig, EURACTIV.it / Bogdan Neagu, EURACTIV.ro)

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MADRID

Elf Milliarden für KMU: Die spanische Regierung wird voraussichtlich noch vor Ende März ein Sonder-Rettungspaket in Höhe von elf Milliarden Euro für die von der COVID-19-Pandemie am schwersten getroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) genehmigen. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(EURACTIVs Medienpartner EFE)

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ATHEN

Kooperationswille: Der griechische Außenminister Nikos Dendias wird am heutigen Montag sowohl nach Ägypten als auch nach Zypern reisen, um weitere Spannungen im Mittelmeerraum zu unterbinden.

Die Treffen sollen auch eine Fortsetzung der Diskussionen sein, die im Februar auf dem „Freundschaftsforum“ in Athen geführt wurden, bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Alexandros Papaioannou. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Alexandros Fotiadis, EURACTIV.gr)

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LONDON / DUBLIN / BELFAST

Kritik an der EU: Der britische Minister für EU-Beziehungen hat der Union vorgeworfen, mit ihrer Drohung, COVID-19-Impfstoffexporte zu blockieren, die Post-Brexit-Maßnahmen in Nordirland „erheblich untergraben“ zu haben.

David Frost erinnerte in einem Artikel für die Sonntagsausgabe des Telegraph an den entsprechenden Schritt der EU von Anfang Februar – der nach massiver Kritik umgehen wieder aufgegeben worden war.

Dennoch nutzte Frost die umstrittene Maßnahme der EU dazu, die Entscheidung der britischen Regierung zu rechtfertigen, die bald einzuführenden Grenzkontrollen für Waren, die von Großbritannien nach Nordirland transportiert werden, einseitig zu verzögern. Die Europäische Kommission hat ihrerseits betont, damit verstoße London gegen das Nordirland-Protokoll und somit gegen internationales Recht. Man werde rechtliche Schritte einleiten.

Unterdessen forderte die Erste Ministerin Nordirlands und DUP-Vorsitzende Arlene Foster die irische Regierung und die EU auf, „etwas Verantwortung“ für die jüngsten Spannungen im Zusammenhang mit dem Nordirland-Protokoll zu übernehmen. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

>> Mehr zum Thema: Neuer Streit zwischen London und Brüssel um Brexit-Regelungen für Nordirland

Brüssel und London bekunden Willen zur Entspannung im Nordirland-Streit

(Benjamin Fox, Paula Kenny, EURACTIV.com)

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HELSINKI

Kommunalwahlen verschoben: Nach monatelangen Spekulationen hat die deutliche Mehrheit der finnischen Parteien zusammen mit den Behörden einen Vorschlag zur Verschiebung der Kommunalwahlen von April auf Juni angekündigt.

Als Grund für die geforderte Verschiebung wurde auf die sich verschlechternde Coronavirus-Situation hingewiesen.

(Pekka Väntinnen, EURACTIV.com)

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PRAG

Bitte um weitere Unterstützung: Die tschechische Regierung hat nach massivem Druck der regionalen Behörden beschlossen, Deutschland, Polen und die Schweiz um Hilfe zu bitten und erkrankte Menschen zwischenzeitlich zu „übernehmen“.

In Tschechien arbeiteten die Krankenhäuser nach weiterhin hohen COVID-Infektionszahlen am Limit und würden bald an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Mehr dazu: Kliniken am Limit: Tschechien bittet um Unterstützung

(Aneta Zachová, EURACTIV.cz)

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SOFIA

Korruption ist ein Problem: Korruption und mangelnde Medienfreiheit in Bulgarien seien „ernste Herausforderungen für die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Bulgarien“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bob Menendez (Demokraten), dem Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Beziehungen des US-Senats, und Jim Rich, einem der führenden Republikaner im Ausschuss.

(Krassen Nikolow, EURACTIV.bg)

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LJUBLJANA 

Weniger Frauen, mehr Bildung: Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentags hat das slowenische Statistikamt am Wochenende neue Zahlen bekanntgegeben, wonach es im Jahr 2019 insgesamt 1.045.000 Frauen im Land gab – was 49,8 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.

Es ist das erste Mal seit Beginn der statistischen Datenerfassung vor 160 Jahren, dass es somit mehr Männer als Frauen in Slowenien gibt.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede in der Bildung: Fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen hat demnach einen Hochschulabschluss; bei den Männern ist es lediglich etwas mehr als ein Viertel.

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr / STA)

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[Bearbeitet von Sarantis Michalopoulos, Daniel Eck, Paula Kenny, Zoran Radosavljevic]

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