The Capitals: Sanofi-Impfstoffbooster „erfolgversprechender“ als mRNA?

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Vielversprechender französischer Impfstoff. [Shutterstock/Golden Shrimp]

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Neuer französischer Impfstoff, Pushbacks weiterhin illegal, und rechtliche Aufwertung der Tichanowskaja-Opposition in Litauen.

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PARIS

Neu(artig)er Impfstoff: Der französische Pharmakonzern Sanofi hat mit Phase 3 der klinischen Studien für seinen Impfstoff gegen COVID-19 begonnen und erwartet die Freigabe des Mittels im Dezember, so der Vorsitzende von Sanofi Frankreich, Olivier Bogillot, gestern gegenüber dem Radiosender France Inter.

Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher zeigte sich kurz nach dieser Ankündigung erfreut. Die „Ergebnisse der klinischen Studien der Phase 2 in Bezug auf den Schutz waren wirklich hervorragend“, sagte sie.

Im Gegensatz zu einigen bereits im Einsatz befindlichen Impfstoffen wird für das Mittel von Sanofi keine mRNA-Technologie, sondern ein sogenanntes rekombinantes Protein genutzt.

Mit Blick auf die Delta-Variante erklärte Pannier-Runacher, das Sanofi-Labor arbeite bereits an „Boostern“, die „exzellente Ergebnisse liefern könnten und möglicherweise noch erfolgversprechender sind als die mRNA-Booster“. Der Impfstoff könne somit zukünftig als Auffrischung eingesetzt werden sowie außerdem helfen, Bevölkerungen in weniger entwickelten Ländern zu impfen. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Mathieu Pollet, EURACTIV.fr) 

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WIEN

Pushbacks weiterhin illegal: Das Landesverwaltungsgericht der Steiermark hat entschieden, dass die weiterhin angewandte Praxis des „Zurückdrängens“ von Asylbewerbenden an der österreichisch-slowenischen Grenze gegen geltendes Recht und den Grundsatz der Menschenwürde verstößt.

Die betroffenen abgeschobenen Migrant:innen hätten das Recht auf ein Asylverfahren in Österreich gehabt, das ihnen jedoch verwehrt wurde, so das Gericht.

Weiter wurde erinnert, dass derartige Pushbacks an den Grenzen ohne die individuelle Prüfung der einzelnen Fälle nach der Genfer Flüchtlingskonvention, der Europäischen Menschenrechtskonvention und auch nach geltendem EU-Recht illegal sind.

(Oliver Noyan, EURACTIV.de)

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BRÜSSEL

Reform: Ein Aktionsplan, der darauf abzielt, die Funktionsweise des belgischen Militärgeheimdienstes zu überprüfen, wird bis Ende des Jahres zur Umsetzung bereit sein, kündigte Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder am Montag an.

Auslöser für die Reform war die Fahndung nach einem rechtsextremen flüchtigen Soldaten, die das Land monatelang in Atem hielt (EURACTIV berichtete). Mehr dazu (auf Englisch) hier.

>> Mehr zum Thema:

Bewaffneter „Impfgegner“ und Terrorverdächtigter in Belgien tot aufgefunden

Studie: Weniger Terrorismus – außer von rechts

(Alexandra Brzozowski, EURACTIV.com)

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LUXEMBURG

Premier bleibt COVID-bedingt im Krankenhaus: Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel befindet sich in einem „ernsten, aber stabilen“ Zustand und wird noch bis zu vier Tage im Krankenhaus bleiben, teilte die Regierung am Montag mit.

Bettel war am 27. Juni positiv auf COVID-19 getestet und am vergangenen Sonntag mit Atembeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert worden.

(Anne Damiani, EURACTIV.fr)

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ROM / PARIS

Gespräch über  Migration: Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat sich gestern mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris getroffen, wo sie vor allem das Thema Migration besprachen.

Mattarella verwies dabei einmal mehr darauf, dass das Thema gesamteuropäisch angegangen und klassische „Eintrittsländer“ wie Italien, Spanien oder Griechenland mehr Unterstützung und Solidarität der anderen EU-Staaten brauchen.

Gleichzeitig seien die vermeintlichen „Lösungsansätze“ der italienischen Rechten, die eine Seeblockade im gesamten Mittelmeer und somit eine konsequente Schließung der Überquerungsmöglichkeiten fordern, „illusorisch“. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Daniele Lettig, EURACTIV.it)

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MADRID

180-Grad-Wende: Lokale Behörden in Spanien haben angekündigt, die Lockerungen der Einschränkungen für Partylocations und Nachtclubs zurücknehmen zu wollen.

Grund dafür sind die deutlichen Anstiege der COVID-Fälle unter jungen Menschen, berichtet EURACTIVs Medienpartner EFE.

(EFE)

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ATHEN

Impfung für Jugendliche: Das nationale Impfkomitee Griechenlands hat sein grünes Licht für die freiwillige Impfung von 15- bis 17-Jährigen mit Zustimmung der Eltern gegeben. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Sarantis Michalopoulos, EURACTIV.com)

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LONDON

Johnson bestätigt Lockerungsmaßnahmen: Das Tragen von Gesichtsmasken wird in England nicht mehr verpflichtend sein und weitere Regelungen zum „Social Distancing“ werden ebenfalls am 19. Juli enden, bestätigte Premierminister Boris Johnson am Montag. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Benjamin Fox, EURACTIV.com)

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VILNIUS

Demokratische Vertretung im Exil: Das litauische Außenministerium hat am Montag die in Vilnius im Exil ansässige belarussische Opposition um Swetlana Tichanowskaja und ihr Team zur „demokratischen Vertretung von Belarus in Litauen“ erklärt.

>> Mehr dazu: Litauen erkennt Tichanowskajas Team als „demokratische Vertretung Belarus’“ an

(LRT.lt)

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WARSCHAU

Versammlungseinschränkungen nicht rechtens: Der polnische Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass der nationale Ministerrat mit der Einschränkung der Versammlungsfreiheit im vergangenen Jahr seine „rechtlichen Kompetenzen überschritten“ hat.

Die Einschränkungen waren mit der Pandemie und dem Infektionsschutz begründet worden. Laut dem zuständigen Gericht ist im angewandten Infektionsschutzgesetz aber keine Beschneidung des Versammlungsrechts vorgesehen. 

(Joanna Jakubowska, EURACTIV.pl)

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PRAG

Kritik an der GAP: Die neugestaltete Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU wird von tschechischen Kleinbauernverbänden sowie von Umweltschutzorganisationen kritisiert.

Der Grund: Mit dem Trilog-Deal wird es wohl keine verpflichtende Deckelung der Direktzahlungen geben. Davon profitieren vor allem Agrar-Großbetriebe.

>> Mehr dazu: Tschechische Kritik: GAP-Reform nutzt vor allem der Agrarindustrie

(Aneta Zachová, EURACTIV.cz)

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BUDAPEST

Kein Grund zu Handeln: Der ungarische Ombudsmann wird das kürzlich im Parlament verabschiedete homophobe Gesetz nicht weiter überprüfen.

Laut dem sogenannten Kommissar für Grundrechte, Ákos Kozma, würden die Bestimmungen des Gesetzes, die die „Darstellung oder Förderung“ von LGBTIQ*-Inhalten gegenüber Minderjährigen verbieten, nicht eindeutig verhindern, dass derartige Themen weiterhin in der öffentlichen Bildung behandelt werden können, berichtet Telex.hu. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Vlagyiszlav Makszimov, EURACTIV.com)

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BRATISLAVA

Weniger Deponiemüll: Zum ersten Mal in der Geschichte der Slowakei landete 2020 weniger als die Hälfte des Haushaltsmülls auf der Deponie: 48 Prozent wurden deponiert, während 44 Prozent recycelt werden konnten, teilte das nationale Statistikamt mit. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Michal Hudec, EURACTIV.sk)

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SOFIA

Zu wenig Impfungen: Der bulgarische Interimsministerpräsident Stefan Janew hat angekündigt, die Regierung werde bald entscheiden, an welche Länder COVID-19-Impfstoffe gespendet werden sollen, die abzulaufen drohen.

Bislang hat Bulgarien 4,8 Millionen Dosen erhalten, aber nur 1,8 Millionen Dosen verimpft. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

>> Mehr zum Thema: The Capitals: Niedrige Impfrate und Massentourismus als Risikofaktoren in Bulgarien

(Krassen Nikolow, EURACTIV.bg)

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ZAGREB

Immunität entzogen: Die zuständige parlamentarische Kommission hat mehrheitlich dafür gestimmt, dass dem unabhängigen Abgeordneten Vinko Grgić die Immunität entzogen wird. 

Damit wird einer Anfrage der neuen EU-Staatsanwaltschaft (EPPO) entsprochen: Gegen Grgić kann nun wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und des Amtsmissbrauchs ermittelt werden. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr)

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SARAJEWO

Merkel und der Balkan: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf dem Westbalkangipfel im Rahmen des Berlin-Prozesses für eine zukünftige EU-Mitgliedschaft der sechs (potenziellen) Beitrittskandidaten Serbien, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo ausgesprochen. 

Allerdings räumte sie ein, dass die Verhandlungen langsamer vonstatten gehen als zunächst geplant und dass eine „ganze Reihe von Schwierigkeiten“ bestehen bleiben.

>> Mehr dazu: Merkel will den Balkan stärker an die EU binden

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr)

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Was steht an?

  • Frankreich/Slowenien: Sloweniens Ministerpräsident Janez Janša spricht heute im Plenum des Europäischen Parlaments in Straßburg.
  • Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Videokonferenz mit UNHCR-Chef Filippo Grandi ab.
  • Belgien: Im belgischen Afrika-Museum findet eine Pressekonferenz zur Rückgabe von gestohlenen Artefakten an die Demokratische Republik Kongo statt.
  • Slowakei: Papst Franziskus hat eine Einladung der slowakischen Präsidentin Zuzana Čaputová angenommen und wird vom 12. bis 15. September Bratislava, Prešov, Košice und Šaštín besuchen.
  • Rumänien: Präsident Klaus Iohannis setzt heute seine Gespräche über die Initiative „Gebildetes Rumänien“ mit einer Tagung mit den Vorsitzenden der Parlamentsfraktionen und den Mitgliedern des Bildungsausschusses fort.
  • Montenegro: Ministerpräsident Zdravko Krivokapić wird am Dienstag und Mittwoch dieser Woche dem Vereinigten Königreich einen Besuch abstatten.
  • Polen: Die nächste Sitzungsperiode des polnischen Parlaments (Sejm) beginnt am Mittwoch.

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[Bearbeitet von Sarantis Michalopoulos, Daniel Eck, Paula Kenny, Zoran Radosavljevic, Josie Le Blond]

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