The Capitals: Kein Aprilscherz: COVID-Geimpfte sollen Tomaten essen

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Bulgarische Mediziner empfehlen Tomaten gegen Thrombosen. [Shutterstock/Zhuravlev Andrey]

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Bulgarische Mediziner empfehlen Tomaten gegen Thrombosen, CDU-Politiker warnt vor Nord Stream, und ein britischer Bericht kann „keinen strukturellen Rassismus“ beobachten.

Außerdem auf EURACTIV.de: Die EU-Mission Irini hat bisher keine Geflüchteten in Seenot gerettet, Genossenschaften könnten die „einzige Möglichkeit“ für Rumäniens kleine Landwirtschaftsbetriebe sein, und in Europa ist man auf der verzweifelten Suche nach Investitionen.

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SOFIA

Mehr Tomaten essen: Personen, die bereits gegen COVID-19 geimpft worden sind, insbesondere mit dem Stoff von Astrazeneca, sollten verstärkt Tomaten essen und/oder mehr Tomatensaft trinken, teilte der Direktor des Bulgarischen Nationalen Zentrums für Infektions- und Parasitenkrankheiten, Prof. Todor Kantarschjew, am Mittwoch mit. Tomaten seien ein natürliches Mittel gegen Blutgerinnung, so der Mediziner.

Was wie ein Aprilscherz anmuten könnte, ist ein ernst gemeinter Ratschlag, den die zuständigen Institutionen den Bürgerinnen und Bürgern geben. Der Tomaten-Kommentar ist dabei die bisher einzige offizielle Stellungnahme der bulgarischen Behörden zu den Problemen mit dem Impfstoff von Astrazeneca, dessen Verwendung in Deutschland aufgrund seltener Fälle von Blutgerinnseln für Personen unter 60 Jahren bereits eingeschränkt wurde.

(Krassen Nikolov, EURACTIV.bg)

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BERLIN

Nord Stream 2 stoppen: Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer (CDU), hat am Mittwoch das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 in Frage gestellt. Er forderte einen Baustopp, um so die transatlantischen Beziehungen zu verbessern.

>> Mehr dazu: Nord Stream 2 als „ernstzunehmender Stolperstein“ für die EU-US-Beziehungen

(Alexandra Brzozowski, EURACTIV.com)

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WIEN / BRÜSSEL

Keine Lösung: Im Streit mit Österreich um die Verteilung von Impfstoffen in der EU zeichnet sich noch keine Lösung ab: Auch zwei Verhandlungsrunden der EU-Botschafter in Brüssel brachten am Mittwoch keinen Durchbruch. Die Gespräche sollen nun am heutigen Donnerstag fortgesetzt werden.

>> Mehr dazu: Weiter keine Lösung im EU-Verteilungsstreit mit Österreich um Impfstoffe

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PARIS

Frankreich geht in den dritten Lockdown: Die Einschränkungsmaßnahmen, die seit dem 10. März in 19 französischen Départements in Kraft sind, werden ab Samstag für vier Wochen auf das ganze Land ausgeweitet.

Zusätzlich zu der bereits bestehenden Ausgangssperre ab 19 Uhr werden alle nicht-essenziellen Geschäfte geschlossen und die Arbeit im Home Office „systematisiert“, kündigte Präsident Emmanuel Macron gestern an. Darüber hinaus werden „überregionale Fahrten“ beziehungsweise alle Reisen, die weiter als zehn Kilometer vom Wohnort entfernt führen, verboten.

>> Mehr zum Thema: Die Corona-Müdigkeit der Franzosen

(Magdalena Pistorius, EURACTIV.fr)

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BRÜSSEL

Einspruch gegen Aufhebung: Die belgische Innenministerin Annelies Verlinden hat Berufung gegen das Urteil eines Brüsseler Gerichts vom Mittwoch angekündigt, wonach die Regierung innerhalb von 30 Tagen „alle Coronavirus-Maßnahmen“ aufheben müsse.

Bis zu einer endgültigen Klärung des Streitfalls bleiben die aktuellen Maßnahmen vorerst in Kraft, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungskabinetts.

(Alexandra Brzozowski, EURACTIV.com)

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ROM

Spionage-Verdacht: Italien hat am Mittwoch zwei russische Beamte ausgewiesen. Zuvor war ein italienischer Marinekapitän angeblich „auf frischer Tat ertappt“ worden, als er geheime Dokumente weitergab.

Der Kapitän war nach einem „geheimen Treffen“ mit einem russischen Militärangehörigen am späten Dienstagabend in Rom wegen Spionageverdachts festgenommen worden, wie die Polizei mitteilte. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(EURACTIV.com, AFP)

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MADRID

Kurzarbeit verlängern: Die spanische Zentralbank hat der sozialdemokratischen Regierung des Landes empfohlen, alle befristeten Entlassungs- und Kurzarbeitsprogramme, bekannt als ERTE, zu verlängern.

Dies sei insbesondere in Branchen unerlässlich, die schwer unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie leiten, wie beispielsweise im Tourismus, hieß es am Mittwoch. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(EURACTIVs Medienpartner EFE)

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LONDON

Kein Problem?: Ein britischer Regierungsbericht, der im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste im vergangenen Sommer in Auftrag gegeben worden war, hat gemischte Reaktionen hervorgerufen: Er kommt zu dem Schluss, im Vereinigten Königreich gebe es Probleme mit institutionellem Rassismus „nicht mehr“.

Die Commission on Race and Ethnic Disparities stellt fest, dass Familienstruktur und soziale Klasse einen größeren Einfluss auf die Lebensumstände haben als die „Rasse“. Im Bericht wird hinzugefügt, das Vereinigte Königreich könne zwar nicht als „post-rassistisches Land“, aber als mögliches „Modell für andere Länder mit weißer Bevölkerungsmehrheit“ betrachtet werden.

Antirassismus-Aktivisten wiesen hingegen darauf hin, dass der Bericht das britische Strafrechtssystem weitgehend außer Acht lasse. Menschen mit dunkler Hautfarbe hätten demnach eine neunmal höhere Wahrscheinlichkeit, im Gefängnis zu landen, als weiße Personen.

Die Gewerkschafterin Frances O’Grady, Generalsekretärin des Trades Union Congress, erklärte ihrerseits, dass „institutioneller und struktureller Rassismus in Großbritannien existiert, sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch in der Gesellschaft insgesamt“. Sie erinnerte diesbezüglich daran, dass Menschen aus schwarzen und anderen ethnischen Minderheiten-Communities häufiger in schlecht bezahlten und unsicheren Jobs arbeiten.

(Benjamin Fox, EURACTIV.com)

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WARSCHAU

EU-Kommission klagt gegen Polen: Die Europäische Kommission hat ihre Entscheidung bekanntgegeben, Polen vor dem EU-Gerichtshof zu verklagen, um so die Unabhängigkeit der polnischen Richterinnen und Richter zu schützen.

Aus Sicht der Kommission wird mit den aktuellen Regelungen die Unabhängigkeit der Justiz des Landes untergraben. Polen wies den Schritt hingegen zurück und teilte mit, dieser habe „keine rechtliche oder faktische Grundlage“. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Anna Wolska, EURACTIV.pl)

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PRAG

Keine Priorität: Die Tschechische Republik wird in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres 2022 die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Doch Ministerpräsident Andrej Babiš hat bereits deutlich gemacht, dass diese Ratspräsidentschaft keine Priorität haben wird und das Budget sehr begrenzt ausfallen wird.

>> Mehr dazu: Anstehende EU-Ratspräsidentschaft keine Priorität für Tschechien

(Ondřej Plevák, EURACTIV.cz)

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BUDAPEST

Zugang zu Krankenhäusern: Die ungarische Regierung muss Journalistinnen und Journalisten Zugang zu COVID-19-Stationen in Krankenhäusern sowie zu Impfstellen gewähren, forderten 28 unabhängige Medien am Mittwoch in einem offenen Brief.

Ebenso müsse es Angestellten im Gesundheitswesen erlaubt und ermöglicht werden, ihre Meinung über die Bedingungen in Krankenhäusern frei in der Öffentlichkeit zu äußern.

>> Mehr dazu: Ungarische Medien wollen Zugang zu COVID-Stationen

(Vlagyiszlav Makszimov, EURACTIV.com / Telex.hu)

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LJUBLJANA 

Streit um STA-Gelder geht weiter: Der Aufsichtsrat der Slowenischen Presseagentur STA hat die Regierung aufgefordert, alle ausstehenden Zahlungen an die Nachrichtenagentur sofort zu begleichen und den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen, die STA als öffentlichen Dienst angemessen zu finanzieren. Bisher gab es jedoch noch keine unmittelbare Reaktion seitens der rechten Regierung von Janez Janša.

Währenddessen betont das US-Außenministerium in seinem Menschenrechtsbericht 2020 für Slowenien, dass „unabhängige Medien im Land aktiv waren und eine große Vielfalt an Meinungen ohne Einschränkungen zum Ausdruck brachten.“ Nichtsdestotrotz gebe es allerdings Berichte von Journalistenorganisationen, die „zunehmend hasserfüllte Rhetorik sowie Drohungen gegen Journalistinnen und Journalisten im Internet“ feststellen. Diese würden „durch Anfeindungen von offizieller Seite noch weiter befeuert“.

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr / STA)

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ZAGREB

Einreiseregelungen: Die kroatische Regierung bereitet aktuell „klare Kriterien“ für die Einreise ins Land vor.

Diese werden in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Europäischen Kommission für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr erstellt, teilte Tourismus- und Sportministerin Nikolina Brnjac am Mittwoch mit. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr)

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BELGRAD

Schäden durch Klimawandel: Die UNDP-Vertreterin in Serbien, Francine Pickup, hat am Mittwoch mitgeteilt, dass die serbische Wirtschaft seit dem Jahr 2000 Verluste in Höhe von rund sechs Milliarden Dollar aufgrund von extremen Wetterereignissen erlitten hat.

Sie warnte weiter, bis zum Ende dieses Jahrzehnts könnte es nochmals Verluste in ähnlicher Höhe geben, wenn keine Maßnahmen und Aktivitäten zur Vermeidung von klimawandelbedingten Wetterextremen ergriffen werden. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(betabriefing.com, EURACTIV.rs)

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SARAJEWO

Spenden-Wettlauf: Das chinesische Verteidigungsministerium hat Bosnien-Herzegowina 15 Maschinen und Fahrzeuge gespendet, darunter sechs neue militärische Entlade-LKWs und eine Planierraupe.

Derweil spendete die EU zwei Beatmungsgeräte für das allgemeine Krankenhaus in Sarajewo. Mehr dazu (auf Englisch) hier.

(Željko Trkanjec, EURACTIV.hr)

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[Bearbeitet von Alexandra Brzozowski, Daniel Eck, Paula Kenny, Zoran Radosavljevic, Benjamin Fox und Josie Le Blond]

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