The Capitals: Johnson mahnt, Sánchez warnt, Merkel bleibt zu Hause

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Boris Johnson ermahnt die britische Bevölkerung. [EPA/LEON NEAL]

The Capitals versorgt Sie mit Nachrichten aus ganz Europa – dank des EURACTIV Netzwerks. Heute u.a. mit dabei: Boris Johnson ermahnt die britische Bevölkerung. Auch Angela Merkel kündigt weitere Maßnahmen an – und begibt sich in Quarantäne.

Einen Überblick über unsere bisherige Coronavirus-Berichterstattung finden Sie hier.

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LONDON

Johnson mahnt: Die britische Regierung wird strengere Regeln für die Bewegungsfreiheit auferlegen müssen, wenn die Menschen im Land weiterhin gegen die Richtlinien zur sozialen Distanzierung verstoßen, warnte Premierminister Boris Johnson am Sonntag. Inzwischen sind auch auf den Inseln alle Pubs, Restaurants und Cafés geschlossen. Die Regierung zeigte sich aber besorgt, dass sich zu viele Personen nicht an die Regeln halten, sich mindestens zwei Meter von anderen fernzuhalten. Am Wochenende seien Zigtausende an die Küste und in öffentliche Parks geströmt.

„Wenn Sie nicht verantwortungsbewusst handeln, müssen wir weitere Maßnahmen ergreifen,“ mahnte Johnson.

Derweil hat die Zahl der Todesfälle durch COVID-19 im Vereinigten Königreich 281 erreicht. Die medizinischen Beratungsstellen der Regierung warnten, dass der Anstieg der bestätigten Fälle und Tode in den kommenden zwei Wochen wohl weiter anhalten wird.

(Benjamin Fox, EURACTIV.com)

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BERLIN

Weitere Einschränkungen: Während am Wochenende die Marke von 20.000 Coronavirus-Fällen überschritten wurde (Stand Montagmorgen: 24.873), treten ab heute neue Beschränkungen in Deutschland in Kraft. Alle öffentlichen Versammlungen von mehr als zwei Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, sind nun verboten. Diese Einigung zwischen Bund und Ländern wurde am frühen Sonntagabend von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Demnach bleibt es weiterhin erlaubt, für Einkäufe, die Hilfe/Unterstützung anderer oder die individuelle sportliche Betätigung nach draußen zu gehen, sofern ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten wird. Dienstleistungsunternehmen wie Friseursalons und Tattoostudios, die bisher geöffnet waren, müssen nun ebenfalls schließen.

Merkel in Quarantäne: Bundeskanzlerin Angela Merkel befindet sich in häuslicher Quarantäne. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend kurz nach der Pressekonferenz mit, auf der sie neue Maßnahmen ankündigte. Am Freitag habe ein Arzt der Bundeskanzlerin eine prophylaktische Pneumokokken-Impfung verabreicht. Er selbst wurde kurz später positiv auf COVID-19 getestet. Merkel zeigt bisher keine Symptome. Sie wird in den kommenden Tagen nun aber mehrfach getestet und beabsichtigt, ihre Amtsgeschäfte von zu Hause aus zu erledigen.

(Sarah Lawton, EURACTIV.de)

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BRÜSSEL

Mindestens acht Wochen Ausgangssperre: Der belgische Lockdown dürfte noch mindestens acht Wochen andauern, sagte Gesundheitsministerin Maggie De Block gegenüber De Zondag. Auf die Frage der Wochenzeitung nach dem denkbaren Zeitrahmen der Einschränkungen antwortete sie: „Das ist eine sehr gute und sehr schwierige Frage. Wir nähern uns jetzt dem Höhepunkt der Epidemie, danach wird die Kurve wieder abfallen. Ich denke, diese Situation wird noch mindestens acht Wochen andauern – das wäre der normale Verlauf.“ Ihre Schätzung basiere auf den Erfahrungen in China und Südkorea, fügte De Block hinzu.

(Alexandra Brzozowski, EURACTIV.com)

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MADRID

Todesfälle: Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Spanien ist am Samstag sprungartig um 32 Prozent gestiegen. Zwischen Freitag und Samstag gab es mehr als 300 Todesfälle. Die Gesamtzahl der Todesopfer war damit nur eine Woche nach der Ausrufung des Ausnahmezustands durch die Regierung auf über 1.300 angestiegen.

Spanien, das nach China, Italien und den USA der viertgrößte globale Hotspot der Coronavirus-Pandemie ist, zählt aktuell (Stand Montagmorgen) 28.768 Infektionen. 1.770 Menschen sind gestorben, während 2.575 Personen wieder genesen sind. Die Hauptstadtregion Madrid, in der 6,7 Millionen Menschen leben, ist mit über 9.700 Fällen die am stärksten betroffene Region des Landes.

Ausgangssperre soll verlängert werden: Die rund 47 Millionen EinwohnerInnen Spaniens befinden sich aktuell am achten Tag einer 15-tägigen strikten Quarantäne mit eingeschränktem Personenverkehr und umfangreichen Maßnahmen zum „Social Distancing“, die von der Regierung verordnet wurden. Die landesweite Ausgangssperre soll nun auf eine Dauer von einem Monat ausgedehnt werden, um die weitere Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern, kündigte Premierminister Pedro Sánchez am Sonntag an.

(EURACTIVs Medienpartner EFE)

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DUBLIN

Ausrüstung aus China: Die irische Regierung befindet sich in Gesprächen mit der chinesischen Regierung über einen möglichen Deal für Schutzaurüstung sowie COVID-19-Tests, erklärte Vize-Premier Simon Coveney am Wochenende. „Wir haben jetzt einen Vertrag über 200 Millionen Euro für persönliche Schutzausrüstung, die aus China kommen wird,“ sagte er und fügte hinzu, dass die irische Fluggesellschaft Aer Lingus Flüge zwischen Irland und China durchführen wird, um die Ausrüstung auf die Insel zu bringen.

Coveney teilte auch mit, er habe am Wochenende mit dem chinesischen Botschafter in Irland gesprochen und werde dies in den kommenden Tagen wohl auch mit dem chinesischen Außenminister tun. „Wir stehen kurz vor einer Vereinbarung, mit der in den kommenden Wochen 100.000 Testabstriche wöchentlich aus China geliefert werden könnten,“ so Coveney.

(Samuel Stolton, EURACTIV.com)

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ATHEN

„Lockdown“ auch in Griechenland: Die griechische Regierung hat nun ebenfalls beschlossen, eine Ausgangssperre zu erlassen. Die Zahl der Coronavirus-Fälle im Land ist auf 624 gestiegen. „Die Situation verschlimmert sich überall auf der Welt. Deshalb bin ich verpflichtet, zu verhindern, dass unser Land in eine Notlage gerät,“ sagte Premierminister Kyriakos Mitsotakis. „Ich werde nicht zulassen, dass einige wenige Leichtsinnige die Sicherheit der Mehrheit gefährden,“ fügte er mit Blick auf die Bürgerinnen und Bürger hinzu, die seine Empfehlung, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben, in den vergangenen Tagen ignoriert hatten.

>> Mehr dazu: In Griechenland droht die Corona-Krise zur Katastrophe zu werden

(Sarantis Michalopoulos, EURACTIV.com)

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BRATISLAVA

Neue Regierung, alte Probleme: Die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová hat die Regierung unter der Leitung von Igor Matovič (OĽaNO) vereidigt. Das neue Kabinett muss sich zunächst vor allem mit der Coronavirus-Pandemie befassen.

Matovič beschwerte sich am Wochenende, die Tests auf das Virus seien von der vorherigen Regierung absichtlich eingeschränkt worden, um die Zahl der bestätigten Fälle niedrig zu halten. Gleichzeitig gebe es in der Slowakei derzeit nur 3.000 Sets für zuverlässige Tests auf das Coronavirus, die somit nur für zehn Tage ausreichen. Andere Tests, die die Slowakei über einen Zwischenhändler aus China gekauft hat, seien nicht zuverlässig genug, kritisierte auch der neue Gesundheitsminister Marek Krajčí. 

(Zuzana Gabrižová, EURACTIV.sk)

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PRAG

Masken konfisziert: Hunderttausend für Italien bestimmte Gesichtsmasken, die in der vergangenen Woche von tschechischen Zollbeamten beschlagnahmt wurden, werden Anfang dieser Woche nun nach Italien geschickt, teilte Außenminister Tomáš Petříček am Sonntag gegenüber der tschechischen staatlichen Nachrichtenagentur mit. Seinem italienischen Amtskollegen versicherte Petříček, die Beschlagnahme sei nicht vorsätzlich geschehen; tschechische Beamte seien vielmehr gegen eine organisierte Gruppe vorgegangen, die des Betrugs verdächtigt wurde. Erst später stellte sich heraus, dass ein Teil der Gesichts- und Atemschutzmasken nicht gestohlen, sondern eine Spende Chinas an Italien war. Die Tschechische Republik werde nun nicht dieselbe Lieferung, aber eine gleiche Menge an Ausrüstung aus ihren eigenen Beständen gen Süden schicken.

(Ondřej Plevák, EURACTIV.cz)

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SOFIA

Einschränkungen und Streit: In Bulgarien gab es am Sonntag insgesamt 185 Coronavirus-Fälle, bestätigten Behörden. Mit der jüngsten Beschränkungsmaßnahme ist es den Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr gestattet, ihre Städte und Gemeinden zu verlassen. Noch am Samstag hatten viele EinwohnerInnen von Sofia Ausflüge auf den nahe gelegenen Witoscha-Berg unternommen. Auf Drängen der Behörden wurde der Zugang zum Berg am Sonntag verboten.

Derweil sind Premierminister und Präsident, die vor einer Woche erklärt hatten, angesichts der aktuellen Lage ihre Differenzen beizulegen, am Sonntag erneut aneinander geraten. Präsident Rumen Radew legte sein Veto gegen ein Notstandsgesetz ein. Er könne einige Teile des Gesetzes von Premier Bojko Borissow nicht annehmen, darunter die seiner Ansicht nach darin enthaltene Einschränkung der Redefreiheit.

(Georgi Gotev, EURACTIV.com)

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BUKAREST

Wiederaufbau: Die rumänische Regierung hat die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung um Unterstützung bei der Ausarbeitung einer Strategie für die wirtschaftliche Entwicklung nach der Coronavirus-Krise gebeten. „Wir wollen bereit sein, wenn die Krise vorbei ist, und sehen, in welche Richtung die rumänische Wirtschaft nach dieser Krise gehen sollte,“ bestätigte Wirtschaftsminister Virgil Popescu. Er sagte auch, die Regierung arbeite bereits an einem zweiten Maßnahmenpaket zur Unterstützung der von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Unternehmen.

(EURACTIV.ro)

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ZAGREB

Doppelte Krisensituation: In Kroatien gab es am Wochenende Erdbeben. Insbesondere die Hauptsatdt Zagreb war davon betroffen. Mehr als 300 Gebäude wurden beschädigt, und 17 Menschen wurden verletzt. „Wir haben jetzt zwei parallele Krisen, die einander widersprechen,“ kommentierte Premierminister Andrej Plenković: Trotz rigoroser Isolationsmaßnahmen und einer Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus seien viele Menschen in Zagreb gezwungen gewesen, ihre Häuser zu verlassen. Gesundheitsminister Vili Beroš und Innenminister Davor Božinović riefen dazu auf, weiterhin den empfohlenen Abstand zu anderen Personen zu wahren.

Soldaten mit Schutzmasken halfen bei der Beseitigung von Schutt von den Straßen. Plenković kündigte an, dass Polizei- und Militärdrohnen eingesetzt werden, um die Stabilität der Dächer zu überprüfen. Außerdem würden die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um weitere Zusammenbrüche von Gebäuden zu verhindern. Betroffene Menschen werden vorübergehend in Studentenwohnheimen untergebracht.

>> Mehr dazu: Starkes Erdbeben erschüttert Zagreb

(Karla Junicic, EURACTIV.hr)

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BELGRAD / PRISTINA

Annäherung: Die kosovarische Regierung hat beschlossen, den bisherigen 100-prozentigen Zoll auf Produkte aus Serbien und Bosnien-Herzegowina schrittweise abzubauen. Dies gilt zunächst für Rohstoffe; alle anderen Produkte sollen ab dem 1. April einbezogen werden.

Entsprechend der aktuellen Verfahrensordnung stimmte das Kabinett am Freitag per E-Mail ab. Die ersten zollfreien Lieferungen gingen bereits am folgenden Samstag ein. Allerdings verzögert sich die Einfuhr aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie: Lkw-FahrerInnen, die ins Kosovo liefern, werden an den Grenzübergängen einer eingehenden medizinischen Untersuchung unterzogen.

(EURACTIV.rs)

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 [Bearbeitet von Sarantis Michalopoulos, Daniel Eck, Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

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