Streit um Termin für Festlegung auf Kanzlerkandidaten der Union

Wer wird neuer CDU-Vorsitzender und damit womöglich auch Kanzlerkandidat: Röttgen, Laschet oder Merz? [EPA-EFE/ADAM BERRY / POOL]

In der Union gibt es Streit darüber, wann über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU Und CSU entschieden werden sollte.

“Wenn wir einen CDU-Vorsitzenden gewählt haben, sollten wird die Kanzlerkandidatur relativ schnell entscheiden”, sagte der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Bouffier den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorab-Bericht vom Sonntag. “Da sollte nicht zu viel Zeit ins Land gehen.” Die CDU will ihren neuen Chef auf einem Parteitag im Januar wählen. Bouffier wandte sich dem Bericht zufolge ausdrücklich gegen CSU-Chef Markus Söder, der erklärt habe, im Mai sei es noch früh genug für den Entscheid zur Kanzler-Kandidatur. “Ich persönlich bin anderer Meinung”, sagte Bouiffier dazu.

So inszeniert sich Merz als Kandidat gegen das „Partei-Establishment“

Die Verschiebung des CDU-Parteitags verärgert Friedrich Merz – sein Konkurrent Laschet wollte sie. Doch hinter dem Streit steckt mehr als nur eine Verfahrensfrage.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Um das Rennen um den CDU-Vorsitz bewerben sich der frühere Unions-Bundestagsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz, der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. Führende CDU-Politiker fordern, dass der neue CDU-Chef die Union auch in die Wahl führen soll. Allerdings wird auch Söder als potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt. Dieser hatte am Sonntag Überlegungen abgelehnt, sich kurz nach der geplanten Wahl eines neuen CDU-Chefs im Januar auch auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten festzulegen.

Die Wahl des neuen CDU-Chefs sollte ursprünglich am 25. April erfolgen, der Parteitag war aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Auch ein zweiter Anlauf für den 4. Dezember wurde abgesagt. Nun soll es im Januar so weit sein.

Auf die Nachfrage, ob es vorstellbar sei, dass ein frisch gewählter CDU-Chef dem Chef der kleinen Schwesterpartei CSU den Vortritt lasse, sagte Bouffier: “Der neue Parteivorsitzende muss sagen, was er will und wie es weitergehen soll. Und die CDU, die ihn gerade gewählt hat, wird ihn nicht im Regen stehen lassen. Als Schwesterpartei einigt man sich – und das ist ganz vorneweg die Aufgabe des neuen Vorsitzenden.”

Subscribe to our newsletters

Subscribe