Spaniens Sozialdemokraten nach Niederlage in Andalusien in Alarmbereitschaft

Linke Parteien mussten in der Region, die nach der Rückkehr des Landes zur Demokratie in den späten 1970er Jahren fast 40 Jahre lang eine Hochburg der PSOE war, einen Rückgang ihrer Stimmenanteile hinnehmen. [EPA-EFE/EMILIO NARANJO]

Die sozialdemokratische PSOE von Premier Pedro Sánchez hat nach der absoluten Mehrheit der Mitte-Rechts-Partei PP in Andalusien eine interne „Alarmstufe Rot“ ausgerufen, berichtet EURACTIVs Partner EFE.

Die konservative spanische Volkspartei (PP, EVP) hat bei den Regionalwahlen in Andalusien eine historische Mehrheit errungen. Die Wahl gilt weithin als Lackmustest vor den Wahlen im nächsten Jahr.

Linke Parteien mussten in der Region, die nach der Rückkehr des Landes zur Demokratie in den späten 1970er Jahren fast 40 Jahre lang eine Hochburg der PSOE war, einen Rückgang ihrer Stimmenanteile hinnehmen.

Der Kandidat der konservativen PP in der Region, Juan Manuel Moreno Bonilla, der das gemäßigte Lager der konservativen Partei in Übereinstimmung mit ihrem nationalen Vorsitzenden Alberto Nuñez Feijóo vertritt, erhielt 43 Prozent der Stimmen und errang 58 der 109 Sitze in der Regionalkammer.

Die absolute Mehrheit bedeutet, dass die PP nicht auf die rechtsextreme Partei Vox angewiesen ist, um eine Regionalregierung zu bilden, wie in anderen spanischen Regionen wie Kastilien und León.

Damit ist das von PSOE während des gesamten Wahlkampfs kommunizierte Argument widerlegt, dass es in Andalusien nur zwei Möglichkeiten gäbe: entweder eine progressive Regierung unter Führung der Sozialisten oder eine Koalitionsregierung aus PP und Vox.

Die PSOE spielte jedoch die Relevanz der Wahl herunter und wies darauf hin, dass bis zu den Parlamentswahlen, die für Ende 2023 oder Anfang 2024 angesetzt sind, noch mehr als ein Jahr verbleibt.

Auch eine Regierungsumbildung sei nicht vorgesehen.

Bei den Wahlen am Sonntag (19. Juni) erzielte die PSOE das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Partei, fiel auf 30 Sitze zurück und verlor in allen andalusischen Provinzen, einschließlich Sevilla.

Trotz des schweren Schlags erklärten Quellen in der PSOE-Zentrale in Madrid gegenüber EFE, dass die Partei „relativ gelassen“ mit dem schlechten Ergebnis umgehe. Gründe dafür seien die Demobilisierung der sozialdemokratischen Wählerschaft und die fehlende Zeit für den Aufbau einer Alternative zu Juanma Moreno Bonilla von der PP.

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