Schinas: Die Erasmus-Generation hat die „Pflicht“, die EU zu verteidigen

Margaritis Schinas: "Unser übergeordnetes Ziel ist, dass das Erasmus-Programm ab 2027 keine Option, sondern ein Grundrecht aller Europäerinnen und Europäer sein wird." [EPA-EFE/JOSE COELHO]

EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas hat betont, seiner Ansicht nach sei „die Zeit gekommen“, dass die Erasmus-Generation der EU dabei hilft, sich gegen „Feinde“ zu verteidigen, „die uns glauben machen wollen, dass die Europäische Union keine Zukunft hat“.

„Die Erasmus-Generation hat die Pflicht, Europa […] zu verteidigen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Erasmus-Generation für Europa tut, was Europa für die Erasmus-Generation getan hat. Jetzt ist die Zeit für die jungen Menschen, die besten Botschafterinnen und Botschafter Europas zu werden, denn schließlich seid ihr Europa,“ so Schinas gegenüber gut 150 jungen Freiwilligen aus mehreren Ländern, denen er im portugiesischen Viana do Castelo am vergangenen Freitag (18. Juni) das neue Erasmus+-Programm vorstellte.

„Die EU wird nach wie vor von zahlreichen Kräften außerhalb unserer Grenzen angegriffen, die sich Misserfolge der Union wünschen,“ mahnte er. Der Block sehe sich aber auch internen Attacken „von Kräften an den politischen Rändern“ der EU-Gesellschaft selbst ausgesetzt. Schinas beobachte „viele Euroskeptiker und europafeindliche Elemente, die den Menschen weismachen wollen, dass die Europäische Union nicht funktioniert – und das gerade in einer Zeit, in der die EU beispiellose Schritte unternommen hat.“

Er verwies diesbezüglich auf „das größte Impfprogramm, das jemals in der Geschichte der Menschheit durchgeführt wurde, und den Recovery Plan gegen die Wirtschaftskrise, die durch die Pandemie verursacht wurde.“

Mit Erasmus gegen die EU-Skepsis

Die EU-Kommission will der zunehmenden Europa-Skepsis mit einer Verdoppelung der Mittel für das Studenten-Austauschprogramm Erasmus begegnen.

Schinas bezeichnete Erasmus als das wohl symbolträchtigste und bereicherndste Programm in Europa. In fast 35 Jahren habe Erasmus „mehr als zehn Millionen jungen Europäerinnen und Europäern neue Lebenserfahrungen ermöglicht“. Mit dem neuen Erasmus+ wolle man „diese Zahl der Begünstigten in den kommenden sieben Jahren verdoppeln und 20 Millionen junge Menschen erreichen.“

Der griechische Kommissar fügte hinzu: „Unser übergeordnetes Ziel ist, dass das Erasmus-Programm ab 2027 keine Option, sondern ein Grundrecht aller Europäerinnen und Europäer sein wird; dass alle, die eine Erasmus-Erfahrung machen wollen, die Möglichkeit haben, dies auch zu tun.“

Schinas erinnerte, dass das neue Erasmus+ in den kommenden sieben Jahren mit einem Budget von 26 Milliarden Euro ausgestattet ist. Dies sind rund 80 Prozent mehr als im Zeitraum 2014 bis 2020, als 14,7 Milliarden bereitgestellt wurden.

„Dieses neue, gestärkte Erasmus+ wird der Schlüssel zur weiteren Unterstützung unseres Gesellschaftsmodells und unserer Lebensweise sein,“ stellte der Kommissar fest.

Die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Marija Gabriel, betonte unterdessen, das neue EU-Programm sei „inklusiver, grüner und digitaler“ als sein Vorgänger. Sie kündigte außerdem für den Herbst die Einführung eines Europäischen Innovations- und Bildungspreises an. „Dieser Preis wird den besten Erasmus-Projekten in Europa mehr Sichtbarkeit verleihen sowie Erfolg, Innovation und zukunftsweisende Lernpraktiken fördern,“ erklärte sie.

[Bearbeitet von Josie Le Blond und Tim Steins]

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