Rund 50 Einbrüche im EU-Parlament in Brüssel

Rund 50 Einbrüche soll es im Parlament gegeben haben, die Einbrecher hatten scheinbar einen Schlüssel. [Kiev.Victor/ Shutterstock]

Während der weitgehenden Schließung des EU-Parlaments in Brüssel hat es eine Serie von Diebstählen in Büros von Abgeordneten gegeben.

Die Coronakrise hat auch Einfluss auf den Betrieb im EU-Parlament. Wegen der Pandemie sind viele Büros derzeit kaum besetzt – das hat offenbar Folgen. „Wegen rund fünfzig Fällen von Diebstählen in der Zeit der Ausgangssperre wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Parlamentskreisen. Die Parlamentsverwaltung wollte sich im Detail nicht dazu äußern und verwies auf laufende Ermittlungen.

Das EU-Parlament in Brüssel als Notunterkunft

Ein Büro des EU-Parlaments in Brüssel ist zu einem temporären Zentrum für Frauen umgewandelt worden, die besonders von der COVID-19-Krise betroffen sind. Außerdem kochen die Parlamentskantinen Mahlzeiten für Wohltätigkeitsorganisationen; weitere Angestellte fahren medizinisches Personal durch die Stadt.

Der deutsche Abgeordnete Nico Semsrott („Die Partei“) hatte zuvor in einem YouTube-Video angegeben, im Parlament bestohlen worden zu sein. Demnach hatten die Diebe wohl einen Schlüssel zu seinem Büro. Eine abgeschlossene Schreibtischschublade sei aufgebrochen worden. Darin habe sich der Schlüssel zu einem Schrank befunden, aus dem zwei Laptops entwendet worden seien. Auch anderen Kollegen seien vor allem Elektrogeräte abhandengekommen.

„Ich habe Parlamentspräsident (David) Sassoli vor sechs Wochen eine Mail geschrieben, er unternimmt nichts“, klagte Semsrott auf Twitter. „Der Sicherheitsdienst ist informiert und die Untersuchung läuft“, sagte ein Parlamentssprecher. „Vor deren Abschluss äußern sich die Dienste des Parlaments nicht.“

Das EU-Parlament hatte wegen der Corona-Pandemie im März seinen Betrieb weitgehend heruntergefahren. Abgeordnete und Mitarbeiter waren dazu angehalten, nach Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten.

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