Präsidentenwahl in Frankreich: Macron, der Favorit

Dem ehemaligen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron werden immer bessere Werte ermittelt. [Foto: Frederic-Legrand-COMEO/Shutterstock]

Sechs Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich festigt Kandidat Emmanuel Macron seine Favoritenrolle. Laut einer Erhebung hat er Marine Le Pen überholt.

Der linksliberale frühere Wirtschaftsminister kann einer am heutigen Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Harris Interactive zufolge in der ersten Runde der Wahl für das höchste Staatsamt am 23. April mit 26 Prozent der Stimmen rechnen. Damit würde er als Spitzenreiter mit einem Punkt Vorsprung vor der Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, in die Stichwahl gehen. In der zweiten Runde am 7. Mai würde der 39-Jährige seine Widersacherin der Umfrage zufolge mit 65 Prozent besiegen.

Es ist bereits die zweite Umfrage innerhalb einer Woche, die Macron auch in der ersten Wahlrunde vor Le Pen sieht, die bislang stets als führende im ersten Durchgang und durchweg als chancenlos in der Stichwahl gesehen wurde. Der ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten täglichen Erhebung des Instituts Opionionway für das Wirtschaftsblatt „Les Echos“ zufolge behauptet Le Pen zwar in der ersten Runde mit 26 Prozent und damit einem Punkt Vorsprung ihren Spitzenplatz vor Macron. In der Stichwahl würde Macron aber auch nach dieser Umfrage deutlich mit 64 Prozent gewinnen.

Die Vision des Monsieur Macron

Er ist der Überraschungskandidat im französischen Präsidentschaftswahlkampf. In Berlin hat Emmanuel Macron nun seine Grundsatzrede zu Europa gehalten. Eine klare Forderung an Deutschland stellte er dabei auch.

Der Kandidat der konservativen Partei, Francois Fillon, scheidet beiden Umfragen zufolge trotz des gewonnenen innerparteilichen Machtkampfes schon in der ersten Runde mit 20 beziehungsweise 21 Prozent Zustimmung aus. Seine Kandidatur wird durch Vorwürfe der Vetternwirtschaft belastet. Um sich die Chancen auf das Präsidentenamt zu erhalten, hatten führende Politiker der konservativen Republikaner versucht, Fillon zum Verzicht zu bewegen, waren aber damit gescheitert, den früheren Regierungschef Alain Juppé als Ersatz zu inthronisieren.

Am Wochenende stellte sich dann die Parteiführung hinter ihren angeschlagenen Kandidaten, dem vorgeworfen wird, seiner Frau durch Scheinbeschäftigung über Jahre hinweg Hunderttausende Euro aus der Staatskasse zugeschustert zu haben.

Lager von Le Pen zeigt sich gelassen

Keine Rolle im Rennen um die Nachfolge des sozialistischen Präsidenten Francois Hollande spielt der Kandidat der Hollande-Partei, Benoit Hamon. Er kommt den Umfrage zufolge nur noch auf 13 beziehungsweise 15 Prozent. Sollte sich der Parteilinke allerdings noch mit dem unabhängigen Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon auf eine gemeinsame Kandidatur verständigen, könnte der Linkskandidat möglicherweise noch in das Rennen eingreifen. Beide zusammen kommen in der Opinionway-Umfrage auf 25 Prozent. Eine Allianz der beiden gilt aber als unwahrscheinlich.

EU-Parlament: Gegen Marine Le Pen kann ermittelt werden

Sieben Wochen vor der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich hat das EU-Parlament die Immunität der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen aufgehoben.

Das Le-Pen-Lager zeigte sich demonstrativ gelassen zu der neuesten Harris-Interactive-Umfrage. „Die Wahrheit ist, dass Marine in fast allen Umfragen vorne liegt“, sagte ihr Wahlkampf-Chef David Rachline. Beide Umfragen basieren auf Befragungen repräsentativ ausgewählter Wahlberechtigter im Zeitraum vom 6. bis 8. März.

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