Pfund-Verfall kurbelt Tourismus an

brexit-what-next-creditshutterstock [Shutterstock]

Der Verfall des britischen Pfunds lockt immer mehr Touristen auf die Insel. Die Wirtschaft ist mit Blick auf den Brexit auf beiden Seiten des Ärmelkanals verunsichert.

In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Zahl der Urlauber aus dem Ausland um gut ein Fünftel, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Zugleich kamen aber fast zwei Prozent weniger Geschäftsreisende, so dass insgesamt ein Anstieg bei den ausländischen Besuchern um 9,9 Prozent blieb. Nach dem Brexit-Votum vor gut einem Jahr hat das Pfund zum Dollar zeitweise ungefähr 20 Prozent an Wert verloren.

Die britische Wirtschaft befürchtet dagegen wegen des geplanten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union negative Folgen. Viele Firmen zögerten zuletzt mit Investitionen, wie eine Umfrage der britischen Handelskammern ergab.

Nach dem Brexit: Britische Dienstleister hoffen auf Wachstum im weltweiten Geschäft

Der Brexit wird heftige Auswirkungen auf britische Dienstleister haben. Überschuss im Handel mit dem Rest der Welt könnte diese Auswirkungen jedoch abfedern.

Sorgen machen sich angesichts des Brexit auch viele Unternehmen in Deutschland. Großbritannien ist der drittgrößte Markt für deutsche Exporte. Vor allem der Transportsektor, der Maschinenbau und die Chemieindustrie verkaufen einen großen Teil ihrer Produkte auf die Insel.

„In den kommenden Monaten rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang in unseren wirtschaftlichen Beziehungen“, warnte BDI-Präsident Ulrich Grillo. Für neue deutsche Direktinvestitionen in Großbritannien sieht es laut BDI weiterhin schlecht aus.

Auf beiden Seiten des Ärmelkanals appellieren die Wirtschaftsverbände an die Politik, die Unsicherheit schnell zu beenden. Grillo: „„Ob in London, Brüssel, Rom oder Berlin – die Politik hat die große Verantwortung, eine dauerhafte Hängepartie zu vermeiden.“ Angesichts des neu entflammten Streits um die exit bill sieht es derzeit nicht so aus, als ob das gelingen könnte. Laut EU-Chefunterhändler Michel Barnier könnten sich die offenen Rechnungen des Vereinigten Königreichs auf bis zu 100 Milliarden Euro belaufen. Der britische Außenminister Boris Johnson betonte, die EU könne es „sich abschminken“, dass Großbritannien solche Summen zahle.

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