Pestizid-Rückstände in praktisch allen EU-Lebensmitteln

Der Handel mit Bananen ist komplex und hat seine Schattenseiten. [perriscope/Flickr]

Über 97% der europäischen Lebensmittel weisen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, zeigen Analysen der einzelnen nationalen Aufsichtsbehörden. Ein Bericht von EURACTIV-Partner Journal de l’Environnement.

Der Bericht über diese Studien, den die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) jedes Jahr zusammenstellt, bietet keine Überraschungen. Von den 84.341 geprüften Produkten aus konventioneller Landwirtschaft enthielten 97,2% Spuren von mindestens einem der 774 gelisteten Pestizide.

Sehr geringe Konzentration

53,3% der 2015 getesteten Produkte waren frei von messbaren Rückständen – was nicht heißt, dass sie komplett pestizidfrei sind. 43,9% wiesen Rückstände auf, die die festgeschriebenen Grenzwerte jedoch nicht überstiegen. Bei den Bio-Lebensmitteln waren 99.3% frei von Pestizidrückständen oder lagen innerhalb der Grenzwerte.

Studie: Weniger Pestizide – meist gleiche Erträge

Es dürfen auch im konventionellen Landbau weniger Pestizide sein – jedenfalls oft. Eine Studie zeigt nun, dass die Erträge selten leiden, wenn an Chemie gespart wird.

Um den EU-Standards zu entsprechen, dürfen die Pestizidwerte in einem Produkt nicht doppelt so hoch sein wie der gesetzliche Grenzwert. Diese Werte sind jedoch umstritten, insbesondere bei endokrinschädlichen Stoffen, die bereits in sehr niedriger Konzentration Auswirkungen haben können.

Pestizid-Champion: die Banane

Im Jahr 2015 wurden unter anderem Bananen, Auberginen, Brokkoli, natives Olivenöl, Orangensaft, Erbsen, Paprika, Rosinen, Getreide, Butter und Eier getestet. Während die Untersuchungen in jeder Produktgruppe einige Fälle von Pestizidrückständen aufzeigten, waren die Ergebnisse für Bananen (Rückstände bei 58,4% der getesteten Früchte), Rosinen (58,3%) sowie mit einigem Abstand Paprika (24,4%) am auffälligsten.

Unerlaubte Pflanzenschutzmittel

Drei Viertel der getesteten Lebensmittel stammten aus EU-Ländern oder Norwegen und Island. Das andere Viertel kam aus nicht weiter aufgeschlüsselten Drittländern. Insgesamt stellen diese importierten Produkte das größte Risiko für die Verbraucher dar: bei 5,6% wurden Pestizidrückstände über den erlaubten EU-Grenzwerten gefunden. Bei den in der EU produzierten Lebensmitteln lag dieser Wert bei 1,7%. Ein Drittel aller festgestellten Pflanzenschutzmittel sind in der EU nicht zugelassen.

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.