„Peinlicher Eindruck“: Athen geht Zentralbank frontal an

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras lockt Investoren. [GUE/NGL]

Die griechische Regierung verbietet sich die Einmischung der Zentralbank in politische Angelegenheiten. Schreckensszenarien zu verbreiten, sei „peinlich“.

Die Regierung Griechenlands hat in harschem Ton Kritik des Notenbankchefs an den ins Stocken geratenen Reformgesprächen mit ausländischen Geldgebern zurückgewiesen.

Es mache „einen peinlichen Eindruck“, wenn eine unabhängige Institution wie die Zentralbank jenseits ihrer Zuständigkeiten Schreckensszenarien verbreite, teilte ein Regierungssprecher am Dienstag mit.

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Notenbankchef Yannis Stournaras hatte die Regierung aufgefordert, die Differenzen mit den internationalen Financiers über Reformauflagen rasch beizulegen. Weitere Verzögerungen könnten sich ansonsten negativ auf die Wachstumsaussichten des Landes auswirken, warnte das EZB-Ratsmitglied.

Die Regierung verbat sich eine Einmischung der Zentralbank in politische Angelegenheiten: „Man würde eine klarere und unpolitische Sicht von jenen erwarten, die eine unabhängige Institution repräsentieren“, sagte der Regierungssprecher.

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