Olaf Scholz wird SPD-Kanzlerkandidat

Finanzminister Olaf Scholz wird die SPD in den Wahlkampf führen. [FELIPE TRUEBA/EPA]

Lange zierte er sich, jetzt steht er dazu: Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz wird der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2021. 

„Jetzt ist es raus“, schreibt Scholz am Montag per Tweet, in dem er seine Kandidatur ankündigte. Einstimmig habe ihn das Präsidium zum Kanzlerkandidaten gewählt, auf Vorschlag der Co-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Gegen diese beiden unterlag Scholz 2019 im Rennen um den Parteivorsitz in einer Urabstimmung. Dennoch ist es nun Scholz, der die Partei im Herbst 2021 in den Wahlkampf führen soll. Tatsächlich galt das schon seit Wochen als wahrscheinlich, da Scholz in seiner Vizekanzler- und Ministerrolle mehr Profil aufbauen konnte als Esken oder Walter-Borjans.

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Stärken und Schwächen

Besonders in der Corona-Krise hatte er als Finanzminister oft die Gelegenheit, öffentlichkeitswirksam als Krisenmanager aufzutreten. So kann er im Wahlkampf etwa auf die Corona-Hilfszahlungen und das Konjunkturpaket verweisen. Auf europäischer Ebene kann er sich seine Rolle als Vermittler zwischen den FinanzministerInnen ans Revers heften, als der Wiederaufbaufonds vorbereitet werden musste.

Mögliche Angriffsfläche für seine KontrahentInnen bietet aktuell die Wirecard-Affäre. Während seiner Amtszeit verfälschte die Wirecard AG ihre Bilanzen und verursachte den größten Wirtschaftsskandal in Deutschlands jüngerer Geschichte, seine Finanzmarktaufsicht BAFIN konnte oder wollte das nicht verhindern. Die politische Verantwortung könnte in einem Untersuchungsausschuss geklärt werden, der wohl zur Wahlkampf-Arena verkommen würde.

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