Österreichs Gesundheitsminister tritt wegen Überarbeitung zurück

Rudolf Anschober hat beschlossen, seine eigene Gesundeit zu schützen. [CHRISTIAN BRUNA/EPA]

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Die Nachfolge soll noch am Dienstag geklärt werden.

Rudolf Anschober (Grüne) legt sein Amt als Minister für Gesundheit, Soziales, Pflege und Tierschutz zurück, erklärte er am Dienstagmorgen in einer Pressekonferenz. Er sei überarbeitet und als Gesundheitsminister auch für die eigene Gesundheit verantwortlich, so Anschober.

Er kennt die Grenzen seiner eigenen Kapazitäten: Anschober erlitt 2012 ein Burnout, damals war er Teil der oberösterreichischen Landesregierung. Heute betonte er, aktuell kein Burnout erlitten zu haben. Dennoch sei er am Ende seiner Kapazitäten angekommen.

In Zeiten der Pandemie brauche es „eine Gesundheitsminister, der zu 100 Prozent fit ist“, begründete Anschober seinen Rücktritt.

Die Nachfolge soll noch am heutigen Dienstag (13. April) geklärt und vorgestellt werden. In der Zwischenzeit übernimmt Werner Kogler, grüner Parteichef und Vizekanzler, das Gesundheitsministerium.

Anschober erfreute sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2020 hoher Beliebtheitswerte. Während der Pandemie überflog er zeitweise Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Zuletzt kam es zu Konflikten zwischen Bundeskanzleramt und Gesundheitsministerium, weil ein Verantwortlicher für die liegen gelassenene Impfstoff-Bestellungen gefunden werden musste.

Schlussendlich nahm ein hoher Beamter des Ministeriums und Co-Vorsitzender des europäischen Impfstoff-Steuergremius, Clemens Martin Auer, den Hut.

Durch den Schritt Anschobers muss Kurz zum zweiten Mal ein Regierungsmitglied auswechseln, nachdem im Januar bereits Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher nach Plagiatsvorwürfen rund um ihre Magisterarbeit und Dissertation zurückgetreten war.

Österreich weist derzeit eine deutlich höhere Infektionsrate auf als das benachbarte Deutschland.

„Insgesamt denke ich, dass wir gute Arbeit geleistet haben“, sagte Anschober. „Bei einer Pandemie ist niemand frei von Fehlern. Jeder macht Fehler. … Wir waren auf unbekanntem Gebiet.“

„Mein Eindruck ist, dass es nicht 15 Monate sind, eher 15 Jahre“, sagte er über seine Amtszeit.

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