Norwegens neue Regierung unbeeindruckt von EU-Verbot gegen Bohren in der Arktis

Der Strategie zufolge wird die EU ein Verbot der Erschließung neuer Öl-, Kohle- und Gasvorkommen in der Arktis anstreben, um eine vom Klimawandel stark betroffene Region zu schützen. (EPA-EFE / OLIVIER HOSLET)

Die neue Mitte-Links-Regierung des Landes hat erklärt, sie werde versuchen, die lukrative Öl- und Gasindustrie des Landes auszubauen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu senken.

Die Äußerungen kamen nur einen Tag, nachdem die EU in einer neuen regionalen Strategie zugesagt hatte, ein Verbot der Ausbeutung neuer fossiler Brennstoffvorkommen zu verfolgen.

Der Strategie zufolge wird die EU ein Verbot der Erschließung neuer Öl-, Kohle- und Gasvorkommen in der Arktis anstreben, um die vom Klimawandel stark betroffene Region zu schützen. Ein Verbot würde auch mögliche Spannungen um Ressourcen verhindern, glaubt die EU.

Die Zukunft der norwegischen Öl- und Gasindustrie war eines der Hauptthemen im hart umkämpften Wahlkampf und bei den Koalitionsverhandlungen.

Bei der Vorstellung ihrer künftigen Energiepolitik verpflichtete sich die von der Arbeiterpartei geführte Koalition Norwegens, die Nettoemissionen bis 2030 um 55% zu senken. Sie kündigte an, dass das Landes schrittweise auf grüne Energie umsteigen werde. „Der Öl- und Gassektor wird entwickelt, nicht abgebaut“, so die Koalition in einem am Mittwoch veröffentlichten Strategiepapier.

Norwegische Beamte erklärten gegenüber EURACTIV, dass dies kein Widerspruch sei, da ein Großteil des norwegischen Erdöls und Erdgases außerhalb Norwegens verbraucht werde, was bedeute, dass die dadurch verursachten Emissionen nicht zu Norwegens Gesamtwerten gezählt würden.

Norwegen ist der größte Öl- und Gasproduzent in Westeuropa. Währenddessen ist die EU ein Nettoimporteur von arktischem Öl und Gas und schätzt, dass sie für 36% der Schwarzkohlevorkommen in der Arktis verantwortlich ist.

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