Niedersachse Kuban neuer Vorsitzender der Jungen Union

Die Junge Union (JU) wird künftig von dem 31-jährigen Tilman Kuban geführt. Der Niedersachse setzte sich auf dem Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU am Samstag in Berlin mit knapp 63 Prozent der Stimmen gegen Stefan Gruhner aus Thüringen durch. [EPA-EFE/ALEXANDER BECHER]

Die Junge Union (JU) wird künftig von dem 31-jährigen Tilman Kuban geführt. Der Niedersachse setzte sich auf dem Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU am Samstag in Berlin mit knapp 63 Prozent der Stimmen gegen Stefan Gruhner aus Thüringen durch. Der bisherige Vorsitzende Paul Ziemiak war als Generalsekretär in die CDU-Parteizentrale gewechselt und wurde mit viel Beifall verabschiedet.

Auf Kuban entfielen 200 Stimmen, der 34-jährige Gruhner erhielt die Unterstützung von 119 Delegierten. Im Vorfeld hatte der Vorsitzende der JU-Thüringen als favorisiert gegolten. Kuban hielt jedoch eine kämpferische Rede, mit der er die Delegierten offenbar überzeugte: Während seiner Ansprache wurde er mehrfach von lautem Applaus und „Tilman, Tilman“-Rufen unterbrochen.

Nach seiner Wahl rief Kuban die Junge Union zur Geschlossenheit auf, „weil der politische Gegner da draußen steht und nicht hier drinnen sitzt“. Der studierte Jurist führte bislang die Junge Union in Niedersachsen. Er kann aufgrund eines guten Listenplatzes damit rechnen, bei der Europawahl Ende Mai ins Europäische Parlament gewählt zu werden.

In ihren Bewerbungsreden hatten beide Kandidaten mit heftigen Attacken auf die anderen Parteien und Distanzierungen von der großen Koalition den Saal zum Toben gebracht. Sowohl Gruhner als auch Kuban wurden in ihren Bewerbungsreden begeistert beklatscht, wenn sie verbal etwa gegen die Jusos, die Grünen oder die Deutsche Umwelthilfe austeilten.

Sowohl Kuban als auch Gruhner präsentierten sich den Delegierten zudem als selbstbewusste Köpfe, die auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Parteispitze und schon gar nicht mit der Politik der großen Koalition scheuen.

Die Junge Union müsse viel stärker „Stachel im Fleisch der GroKo“ sein, forderte Gruhner. Es müsse verhindert werden, dass die Regierung mehr Geld für soziale Wohltaten ausgeben wolle als für Digitalisierung.

Die Junge Union dürfe nicht zulassen, dass sich die Regierung mehr mit sozialen Wohltaten als mit Zukunftsthemen beschäftige, sagte auch Kuban. „Ich bin sturmfest und erdverwachsen und trage das Herz auf der Zunge und werde es bestimmt nicht immer allen recht machen können“, warb er bei den Delegierten für sich. „Wenn ihr einen Macher wollt, dann lasst es uns gemeinsam anpacken.“

Kuban forderte zudem eine harte Linie in der Innenpolitik: „Wer sich in unserem Land nicht an unsere Gesetze halten will, ist in unserem Land nicht willkommen.“ Beide Bewerber stellten sich hinter die deutsche Autoindustrie und wetterten gegen Diskussionen um Schultoiletten für ein drittes Geschlecht.

Kuban forderte eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr. Es könne nicht sein, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mehr Kinder als funktionierende Flugzeuge habe, sagte er in Anspielung auf die siebenfache Mutter.

Der bisherige Vorsitzende Ziemiak wurde in Berlin mit großem Beifall verabschiedet. Der 33-Jährige führte die mehr als 100.000 Mitglieder zählende Nachwuchsorganisation von CDU und CSU fünf Jahre lang.

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