Mitte-Links-Kandidat:innen gewinnen italienische Kommunalwahlen mit überwältigender Mehrheit

Rom, eine komplexe Gemeinde, die als schwer zu regieren bekannt ist, wird fortan von Roberto Gualtieri verwaltet, einem ehemaligen Europaabgeordneten (S&D) und Minister für Wirtschaft und Finanzen unter Giuseppe Conte. [EPA-EFE / MASSIMO PERCOSSI]

Wähler:innen in Rom und Turin, der ersten bzw. viertgrößten Stadt des Landes, haben in der zweiten Runde der Kommunalwahlen Mitte-Links-Kandidat:innen zu Bürgermeister:innen gewählt.

Drei weitere Großstädte – Mailand, Neapel und Bologna – haben bereits in der ersten Runde Mitte-Links-Bürgermeister:innen gewählt, ebenso wie Caserta, Cosenza, Latina, Isernia, Ravenna, Rimini Salerno, Savona, Carbonia und Varese. Triest war die einzige große Stadt, die einen Mitte-Rechts-Kandidaten wählte: Roberto Dipiazza, der sich sein viertes Mandat als Bürgermeister sicherte.

Rom, eine komplexe Gemeinde, die als schwer zu regieren bekannt ist, wird fortan von Roberto Gualtieri verwaltet, einem ehemaligen Europaabgeordneten (S&D) und Minister für Wirtschaft und Finanzen unter Giuseppe Conte. Gualtieri kommentierte den Wahlsieg mit den Worten, seine Aufgabe werde es sein, „Rom zum Funktionieren zu bringen, aber auch zu wachsen, gute Arbeitsplätze zu schaffen und eine integrativere Stadt aufzubauen“.

Sein Gegenkandidat, der konservative Radiomoderator Enrico Michetti, war in den vergangenen Wochen in mehrere Kontroversen verwickelt: Mehrere Mitglieder:innen der neofaschistischen Bewegung CasaPound kandidierten unter seinem Symbol, und eine antisemitische Bemerkung von ihm aus dem Jahr 2019 tauchte nur wenige Tage vor dem zweiten Wahlgang wieder auf.

Die führenden Politiker:innen der Mitte-Rechts-Bewegung verhielten sich am Montag in den Stunden nach der Bekanntgabe der Ergebnisse ruhig, wobei der rechtsextreme ehemalige Minister Matteo Salvini versuchte, die Auswirkungen herunterzuspielen.

„Unser Ziel ist es, die politischen Wahlen im nächsten Jahr zu gewinnen. Wir haben den Fehler gemacht, in einigen Städten zu spät ins Rennen zu gehen“, sagte er.

Die Mitte-Rechts-Bewegung hat in wichtigen Städten wie Rom und Mailand aufgrund interner Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen und eines Mangels an geeigneten Kandidat:innen nur langsam Kandidat:innen aufgestellt.

Die Vorsitzende der Brüder in Italien, Giorgia Meloni, gestand die Niederlage der Mitte-Rechts-Partei, wies aber auch darauf hin, dass die Fünf-Sterne-Bewegung ebenfalls schlecht abgeschnitten habe.

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