CDU-Vorsitz: Laschet kandidiert mit Spahns Unterstützung, Merz reagiert mit eigener Kandidatur

CDU Federal Executive Board Meeting [EPA-EFE/HAYOUNG JEON]

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet will für den CDU-Vorsitz kandidieren und kann dabei auf die Unterstützung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zählen. Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz kündigte anschließend  auch seine Kandidatur an.

„Wir müssen unsere Partei und unser Land wieder zusammenführen, und dafür will ich kandidieren“, sagte Laschet am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Spahn in Berlin. Spahn solle stellvertretender CDU-Chef werden.

Der Gesundheitsminister sagte, er wolle zugunsten von Laschet auf eine eigene Kandidatur verzichten. Gemeinsam wollten sie sich als „Duo“ mit Laschet an der Spitze für die CDU engagieren.

Laschet kritisierte, dass sich andere Anwärter auf den Parteivorsitz einer Teamlösung verschlossen hätten: „Ich bedaure, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Teamgedanken anschließen konnten“, sagte er.

Spahn warnte, dass die CDU derzeit in der „größten Krise ihrer Geschichte“ sei. Es handle sich um eine Krise „des Vertrauens, des Zusammenhalts, der Zuversicht“, sagte er weiter. „Wenn wir den Weg so weitergehen, riskieren wir unsere Zukunft als Volkspartei in Deutschland. Ich will nicht, dass Angela Merkel die letzte Kanzlerin der CDU in Deutschland gewesen ist.“

Von Kandidaten und Königsmachern an der CDU-Spitze

Bei den Christdemokraten streben drei Männer nach der Macht, ein kleiner Kreis an der Unionsspitze wird bei der Entscheidung um den CDU-Parteivorsitz und den Kanzlerkandidaten mitreden. Eine Analyse.

Auch Merz gibt Kandidatur für CDU-Vorsitz bekannt

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat offiziell seine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. Bei der Neuwahl auf dem Parteitag im April gehe es nicht nur um eine Personalentscheidung, sondern auch um eine „Richtungsentscheidung für die CDU“, sagte Merz am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Mit Blick auf seine Mitbewerber Armin Laschet und Jens Spahn sagte er: „Wir haben seit heute die Alternative zwischen Kontinuität und Aufbruch und Erneuerung. Ich stehe für Erneuerung.“

Merz zeigte sich kampfbereit: „Ich will gewinnen.“ Die CDU müsse „eine Richtungsentscheidung treffen – die kann ich und will ich ihr auch nicht ersparen.“ In Teilen der CDU und der Bevölkerung spüre er die Erwartung, „dass die CDU in bestimmten Fragen eine neue Richtung einschlägt“.

Merz kündigte an, dass er wie bereits bei seiner gescheiterten Kandidatur 2018 nur für den Parteivorsitz bereit steht. „Ich spiele auf Sieg und nicht auf Platz“, sagte er. In internen Gesprächen habe er seinem Mitbewerber Armin Laschet angeboten, im Fall einer Niederlage Vizeparteichef zu werden. „Aber diese Frage hat sich mit dem heutigen Tag erledigt.“

Zur Team-Kandidatur von Laschet und Spahn sagte Merz: „Im richtigen Leben würde man vielleicht von einer Kartellbildung zur Schwächung des Wettbewerbs sprechen.“ Er halte die Bewerbung von Laschet und Spahn aber für „völlig legitim“. Er kündigte zudem an, im Falle seiner Wahl eine Frau als Generalsekretärin zu berufen; Sie solle auf dem Parteitag im Dezember gewählt werden.

CDU: Die Suche nach dem Markenkern

Einst war sie politisch auf der bürgerlich rechten Seite angesiedelt, dann führte Angela Merkel die CDU in die Mitte. Nun haben immer mehr Parteianhänger Sehnsucht nach konservativen Werten.

Zur Frage der Kanzlerkandidatur wollte sich Merz nicht detailliert äußern. Diese Frage werde wie üblich gemeinsam mit der CSU entschieden. Zudem äußerte er die Erwartung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zum Ende der Wahlperiode im Herbst 2021 im Amt bleibe. Mit Blick auf sein schwieriges Verhältnis zu Merkel sagte Merz, wenn er zum Vorsitzenden gewählt werde, „dann haben wir eine staatspolitische Verantwortung, die über unsere Person hinausreicht“.

Die CDU müsse eine Partei sein, „die gerade in solchen Zeiten ein Stabilitätsanker in Deutschland sein muss“, sagte Merz. Scharf kritisierte er auf der Pressekonferenz zur Vorstellung seiner Kandidatur die politischen Entscheidungen der großen Koalition: „In der Summe sind sie eine Belastung für die junge Generation.“

Ende 2018 war Merz der Mitbewerberin Annegret Kramp-Karrenbauer im Ringen um den Parteivorsitz unterlegen. Am Dienstagmorgen hatten die CDU-Politiker Armin Laschet und Jens Spahn ihre gemeinsame Kandidatur für den CDU-Vorsitz und -Vizevorsitz bekannt gegeben. Zuvor hatte bereits der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen mitgeteilt, dass er sich ebenfalls um den Parteivorsitz bewirbt.

Paukenschlag: Kramp-Karrenbauer verzichtet auf CDU-Vorsitz

Annegret Kramp-Karrenbauer will den CDU-Vorsitz abgeben. Der Nachfolgekampf wird auch über den künftigen Kurs der Partei von Angela Merkel entscheiden. Rückt die CDU nach rechts?

Röttgen will für CDU-Vorsitz im Team mit einer Frau kandidieren

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen will für den Parteivorsitz im Team mit einer Frau kandidieren. „Die zweite Person in meinem Team wird eine Frau sein“, schrieb der frühere Bundesumweltminister am Dienstag bei Twitter. Einen Namen nannte er zunächst nicht. „Frauen gehören an vorderster Stelle mit zur CDU“, sagte Röttgen im Fernsehsender Phoenix. „Wenn die CDU eine Partei der Mitte sein will, reicht es nicht, das nur zu behaupten“, ergänzte er.

Seine eigene Kandidatur um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an der CDU-Spitze hatte Röttgen bereits in der vergangenen Woche erklärt.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN