Italiens Außenminister wirft EU Versagen in Flüchtlingspolitik vor

Menschen warten außerhalb eines neu eröffneten Zentrums für Migranten und Flüchtlinge in Porte de la Chapelle in Paris.  [EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Der italienische Außenminister Angelino Alfano hat den EU-Staaten vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise auf der Mittelmeerroute Versagen vorgeworfen.

Italiens Außenminister Außenminister Angelino Alfano hat die EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik heftig gerügt. Das Umverteilungsprogramm funktioniere nicht, sagte Alfano der „Bild“ laut Vorabbericht am Montag. „Es fehlt an einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik, die sich der Ankünfte aus Afrika annimmt.“

Italien könne diese Last nicht alleine verkraften. „Genauso brauchen wir dringend mehr gemeinsame Anstrengungen, um in Libyen die Lage zu verändern, damit man den Menschenhandel bekämpfen und die Flüchtlingsströme steuern kann.“

Flüchtlingsverteilung: Schleppende Bürokratie

In Rom liegt ein Antrag aus Österreich vor, ein Kontingent unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zu übernehmen. Die Abwicklung nimmt aber Zeit in Anspruch.

Italien rechnet bis Ende 2017 mit mehr 200.000 Flüchtlingen über Mittelmeerroute 

Alfano rechnet bis Ende des Jahres mit mehr als 200.000 Menschen, die über die Mittelmeerroute nach Europa kommen. „Und weitere Hunderttausende Menschen warten in Libyen auf die gefährliche Überfahrt, die häufig tödlich endet“, sagte der Minister.

EU startet Verfahren gegen drei Länder wegen Flüchtlingsverteilung

Die EU-Kommission will Insidern zufolge ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen, Ungarn und Tschechien wegen deren Weigerung zur Aufnahme von Flüchtlingen eröffnen.

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